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Galerie im KörnerparkSkulptur im Zeitenfluss: Werden und Wachsen als plastische Lebenszeichen

Thomas Feuersteins Skulptur „Parlament“ versinnbildlicht das Anliegen der von Anna Borgman und Morten Straede kuratierten Ausstellung „The Process of Becom­ing“ in der Galerie am Körnerpark wohl am sinnfälligsten. Denn seine Skulptur wächst während der Ausstellung, die von der zeitlichen Dimension der Skulptur handelt. Die Schleimpilze, die er in die sechs Arme eines Bioreaktors gesetzt hat, treffen sich auf der Suche nach Nahrung zuletzt in einer Kammer (dem Parlament), wo sie vor der Wahl stehen, zusammenzubleiben oder sich zu trennen. Ja, auf den Sockel gestellt wird schon lange nichts mehr in der zeitgenössischen Kunst. Alles ist im Fluss und das gilt auch für das Kunstwerk selbst. Anna Borgmans Skulptur etwa ist ein Laufband in den Mondrianfarben Blau, Rot, Gelb, wie man es aus der Produktion kennt oder der Logistik des Flughafens mit den Kofferbändern. Am Ende wartet ein Monitor, auf dem der Loop eines Meereswellengangs läuft. Alles wird über das Meer transportiert – oder alles endet als Müll im Meer? Mutig geht Gloria Zein die Sache an und erklärt alles in ihrem Atelier als unfertig und demnach zum Material neuer Arbeiten. Alte Skulpturen werden zerlegt und thronen nun in Form eines spitzen weißen Kegels auf einem Kreis kleiner Kaffeetassen oder schweben als Plastikwolke über einem Eisenträger. Bei Katja Bjørns Videoskulptur eines aus Mann und Frau hälftig zusammengefügten Körpers, irritieren die asynchrone Atmung und Bewegung anscheinend ein und desselben Körpers aufs Schönste. wbg

Bis 6. 11., Mo.–So. 10–20 Uhr, Schierker Str. 8

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