klosterruine berlin

Auf den Klangspuren der Endzeit: School of Harms

Klosterruine, Ausstellung „Playground“ Foto: Marcelina Welmer

Vielleicht ist die Oper einfach das angemessenste akustische Instrument, um der Endzeit zu begegnen: „School of Harms“ ist jedenfalls schon vom Titel her eine wunderbare Verschmelzung von School of Extinction (Tamara Antonijevic, Henrike Kohpeiß, Philipp Wüschner) und Ephemeral Harms (Jan Durina), die am 20. 7. ihr gemeinsam erarbeitetes Werk in der klosterruine darbieten. Der Abend eröffnet die von Christopher Weickenmeier kuratierte, dreiteilige Reihe „Cruising the End Times“. Der Sommer – schon längst nicht mehr erfrischendes Gegengewicht zu winterlicher Froststimmung, sondern fühlbares Zeichen anthropozentrischer Langzeitfolgen – inmitten der Ruinen der Franziskanerklosterkirche dient er dieses Jahr als Reflexionszeit zu Sterblichkeit. Dort befindet sich auch der von Dr. Ute Müller-Tischler & Solvej Helweg Ovesen kuratierte „Playground – for accepting your mortality“ mit interaktiven Skulpturen von Katrīna Neiburga & Andris Eglītis und Jānis Noviks. Im Juni launchte Creamcake parallel die Reihe „Paradise Found“ (weitere Termine 27. 7. & 17. 8.). Was die Formate verbindet, ist eine Haltung zum Klimawandel, die nicht in Resignation mündet, sondern neue Kontaktzonen zur Umwelt ergründet. Dass „Cruising the End Times“ auch lustvoll klingt, ist also kein Zufall. Jan Durina, der gerade als Ephemeral Harms sein Debütalbum bei bandcamp veröffentlichte (wundervoll sensibel ausgespielt in Dark Ambient), sucht beispielsweise in seinen Fotoarbeiten immer wieder Hautkontakt zu Bäumen oder Steinen. „School of Harms“, eine Liebesbekundung an das Thermogeddon. Wir warten, wir cruisen. nym

Cruising the End Times: School of Harms, 20. 7., 20 Uhr & Bar von Babes Bar; Ausstellung "Playground – for accepting your mortality", tgl. 10–18 Uhr bis 31. 10., Klosterstr. 13a