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Der taz aufs Dach gestiegen

Tschacka, Tschinga, Bumm, wummern die Bässe über die untere Dachterrasse. Eine Etage höher, noch ein bisschen näher dran am wolkenlosen Abendhimmel über Berlin, strecken tazlerInnen ihre Füße in ein kühlendes Planschbecken. Gut hundert Menschen – oder sind es zweihundert? – feiern am Dienstagabend auf dem Dach des Neubaus. Es ist – nach der offiziellen Eröffnungsfeier vergangenen Oktober – die erste richtig große Party im neuen Haus.

Der Anlass ist, wie so oft bei solchen Feiern hier, eigentlich ein trauriger. Martin Kaul, seit gut zehn Jahren Reporter und Redakteur für politische Bewegungen, verlässt die Zeitung. Was viele KollegInnen in Verlag und Redaktion sehr betrüblich stimmt, wie der Ansturm auf das Fest bei lässigen 31 Grad Außentemperatur zeigt; wie die Reden, die zum Abgang gehalten werden, verraten. Und wie einer der seltenen Auftritte des taz-Chors belegt.

Nicht ganz so glücklich sind einige Nachbarn mit der hohen Partytauglichkeit der tazlerInnen. Punkt 23 Uhr stehen zwei Polizisten an der Musikanlage und drohen wegen Lärmbeschwerden mit dem Äußersten: Beschlagnahme. Daraufhin wird die Tanzfläche in die Etagenküche ins Hausinnere verlegt und weiter gefeiert. Erst nach Sonnenaufgang – der um diese Jahreszeit glücklicherweise recht früh ist – gehen die letzten Gäste nach Haus.

Schon die taz-Partys auf dem Dach des alten Hauses in der Dutschke-Straße waren legendär. Entsprechend groß war die Skepsis, ob das Flair im neuen Haus mithalten könnte. Es kann, und zwar ganz locker, wie der Dienstagabend zeigte. (bis)