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Trump nennt „New York Times“ „Hochverräter“

US-Präsident Donald Trump hat die New York Times wegen eines Artikels über amerikanische Cyberübergriffe gegen Russland scharf attackiert. Er warf dem Blatt in einem Tweet in der Nacht zum Sonntag einen „virtuellen Akt des Hochverrats“ vor. Die Zeitung hatte zuvor berichtet, dass die USA begonnen hätten, „digitale Eingriffe in das russische Stromnetz als Warnung an Präsident Wladimir Putin“ vorzunehmen. Unter Berufung auf namentlich nicht genannte Regierungsbeamte hieß es, damit demonstriere die US-Regierung einen aggressiveren Einsatz von Cyberwerkzeug. Unter anderem werde damit auf Berichte über russische Desinformationskampagnen und auch Hacker-Angriffe reagiert. „Die scheiternde New York Times hat gerade eine Story gebracht, dass die Vereinigten Staaten ihre Cyberattacken gegen Russland erheblich verstärken“, schrieb Trump als Reaktion darauf bei Twitter. „Das ist ein virtueller Akt des Hochverrats einer einst großen Zeitung, die wohl verzweifelt auf eine große Geschichte aus ist […].“ Das gelte auch dann, wenn eine Geschichte nicht wahr sei. Die „korrupten Medien heutzutage“ täten oder schrieben „was auch immer, ohne den geringsten Gedanken an Konsequenzen“, schrieb er weiter. „Dies sind echte Feiglinge und zweifelsohne die Feinde des Volkes!“(dpa)

Ukrainische Journalisten gegen russischen Einfluss

Mehrere Journalisten eines ukrainischen Fernsehsenders haben gekündigt, nachdem der Sender von einem Parlamentsabgeordneten mit Verbindungen zu Russland übernommen wurde. Der Journalist Roman Nedselskij teilte am Freitag auf Facebook mit, er und vier weitere Redakteure sowie der Geschäftsführer hätten den Sender ZIK verlassen. Sie fürchten demnach eine Beeinflussung der Berichterstattung durch Moskau. Taras Kosak von der prorussischen Partei Oppositionsplattform hatte den Sender vor einigen Tagen gekauft. Er besitzt bereits zwei ukrainische Fernsehsender. Kosak ist ein Vertrauter des umstrittenen ukrainischen Politikers Viktor Medwedtschuk, der enge Verbindungen zu Russlands Präsident Wladimir Putin hat. Der Abgeordnete Mustafa Nayyem erklärte, die Übernahme des Senders sei eine Herausforderung für den neuen ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski. „Es ist schwer zu sagen, was schlimmer ist: ein russischer Panzer auf der Demarkationslinie oder ein Sender, der praktisch einem Verwandten von Wladimir Putin gehört.“ (afp)