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Und nebenan: Weltverbesserer

So langsam wird das taz-Haus von der Stadtnatur in die Zange genommen. Auf der einen Seite liegt der Besselpark, auf der anderen hat sich eine Baulücke in den letzten Wochen und Monaten zu einer Oase entwickelt. In dem Gartenprojekt „Frieda Süd“ findet sich alles, was die graue Umgebung missen lässt: In Hochbeeten wachsen Kräuter und Gemüse in Mischkulturen, der Mulch, der den ehemaligen Parkplatz inzwischen bedeckt, knackt wie Waldboden, und überall laden Sitznischen zum Verweilen ein.

Am Donnerstag feierte die „Bauhütte südliche Friedrichstadt“ ein Fest für – aber vor allem mit – der Nachbarschaft. Denn für eines soll dieses Urban-Gardening-Projekt auf jeden Fall gut sein: zur „Stärkung des sozialen Zusammenhalts“, sagt Rocco Zühlke, der die Öffentlichkeitsarbeit für die Bauhütte übernommen hat. So stehe es in der Abmachung mit der Bezirksverwaltung, von der das Projekt Sanierungsmittel erhielt. Derzeit sei der Garten ein Sammelpunkt für fast ein dutzend Projekte, die versuchen, die Welt – oder erst mal das nicht so glänzende Ende der Friedrichstraße – zu einem besseren Ort zu machen. Etwa in den Bereichen Klima, Ernährung und Bildung.

Ohne die zahlreichen Sachspenden aus Holz und Kompost wäre das Projekt kaum möglich gewesen. Auch nicht ohne den Strom und das Wasser, das die taz zu Beginn des Upcycling-Projekts beisteuerte. Die „Frieda Süd“ darf allerdings vorerst nur bis 2020 bleiben: Man sollte den Sommer also nutzen, um den Kontrast zum Betonwald zu genießen.

Tobias Kannler