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Schon jetzt haben je nach Land mehr Menschen Briefwahlunterlagen beantragt, als bei der Wahl des Europäischen Parlaments vor fünf Jahren insgesamt per Post abgestimmt hatten. In Deutschland hatte das damals jede*r fünfte Wähler*in getan. Diesen Trend aber kritisiert der Bundeswahlleiter Georg Thiel nun gegenüber der Funke Mediengruppe: Die Wahlen würden so auf mehrere Wochen gestreckt und das gefährde das Prinzip der gleichen und geheimen Wahl. Thiel will deshalb, dass wieder mehr Menschen erst am Sonntag in die Wahllokale gehen.

Kritik äußerte auch die Menschenrechtskommissarin des Europarates, Dunja Mijatović, und zwar an Ungarns Haltung gegenüber Asylsuchenden. Schon seit 2016 gilt dort der „Migrationsnotstand“ – Präsident Victor Orbán hält bis heute daran fest. Mijatovićhält dies für nicht gerechtfertigt, weil mittlerweile weniger Menschen kommen würden. Außerdem erlaube der Notstand der Polizei, Migrant*innen auszuweisen, auch wenn sie Asyl beantragen. Die ungarische Regierung rechtfertigte ihre Maßnahme durch die hohe Zahl an Migrant*innen in Serbien, Bosnien und Herzegowina sowie in Nordmazedonien.

Neben Migration sind Klima und Umweltschutz ein weiteres großes Thema der bevorstehenden Europawahl. Dahingehend haben die Mitgliedstaaten nun einen Schritt unternommen und die Richtlinie gegen Einwegplastik abgesegnet. Demnach sollen Einweggeschirr und -besteck, Trinkhalme, Wattestäbchen, Luftballonstäbe sowie Becher und Lebensmittelverpackungen aus aufgeschäumtem Polystyrol künftig nicht mehr verkauft werden. Nun haben die EU-Mitgliedstaaten zwei Jahre Zeit, um die Richtlinie in nationales Recht zu übersetzen.

Wie jedes Jahr hat Lonely Planet am Dienstag seine Auswahl der Top-Reiseziele in Europa für 2019 veröffentlicht. Auf Platz eins: das Gebirge der Hohen Tatra in der Slowakei, das der Reiseführer auf seiner Webseite als „wilde, raue Landschaft“ beschreibt. Hier können sich Bergsteiger*innen noch vor Braunbären gruseln, die ansonsten fast überall in Europa vertrieben wurden.