FHXB / Friedrichshain-Kreuzberg Museum

Lange Geschichte von Unten: Die Kreuzberger Chronik

Auftritt der Sängerin Rachelina beim 100. Jubiläum. Auch beim Eröffnungsfest am 22. 6. ist sie dabei Foto: Edith Siepmann

Faltet man ein A4-Blatt der Längsachse nach, nähert man sich dem schmalen Format der „Kreuzberger Chronik“ an. Sie passt in ein Hosenbein und liegt im Bergmannkiez aus, dessen Ortsgeschichte sie seit 20 Jahren nicht nur begleitet, sondern auch mitschreibt: Wen Herausgeber Hans Korfmann und andere im Heft porträtieren, richtet sich nicht nach Bekanntheitsgrad, sondern nach schönen Begegnungen. Das erste Cover von 1998 zeigte Egon Elend, den Friedhofsgärtner mit dem Emo-Namen, der auch auf dem Bergmannfriedhof lebte. Ein Jahr weiter im Archiv findet sich ein Porträt der „Schlumms“ von „Leisten Schlumm“. Bis die Gentrifizierung zuschlug beriet die Familie in ihrem Werkzeugladen Eine-Schraube-Käufer mit der gleichen Anteilnahme an Projekten wie Profihandwerkerinnen. Ein Ort der fehlt – und Klageliedern würdig ist. Ganz der Musik gewidmet ist nun der Rückblick auf 200 Ausgaben. In Zusammenarbeit mit der Browse Galerie zeigt das FHXB Museum die Ausstellung „In Kreuzberg spielt die Musik“, u. a. mit Fotografien von Wolfgang Krolow, Michael Hughes und Holger Groß. nym

22. 6., 18 Uhr, Eröffnung im Museumshof mit Konzert von porträtierten Musi­ker*innen, u. a. Christiane ­Rösinger, Rachelina und Ralph Lanrue (Ton Steine Scherben)

Bis 26. 8., Di.–Fr. 12–18 Uhr, Sa.–So. 10.00–18.00 Uhr, Adalbertstr. 95a