Galerie im Turm

Sehen und Fühlen: Melissa Steckbauers Sensorium

Melissa Steckbauer, „The Sonancy of Falling and Standind Repeatedly“ (Installationsansicht), 2018 Foto: Eric Tschernow / Galerie im Turm

Wieso soll Kunst eigentlich nur zum Anschauen da sein? Wieso soll sie uns berühren, wir sie aber nicht? Für Melissa Steckbauers Ausstellung in der Galerie im Turm gelten andere Regeln. In ihre Kunst kann man sich sogar hineinlegen, am besten gemeinsam mit anderen. Steckbauers Installation soll alle Sinne ansprechen, den Körper und den Intellekt. Kräuter duften, zu hören ist eine Audioarbeit, inspiriert von Sei Shōnagons „Kopfkissenbuch“ und vor allem sind da die weichen Sitz- und Liegecken aus besprühtem Schaumstoff und gequilteten Kissen und Decken. Dort kann und soll man sich niederlassen, Bücher liegen bereit – vom Koran, über „Forever Butts“ bis zu Schriften von Antonin Artaud und Noam Chomsky – sowie Texte. die für die Ausstellung entstanden sind. Eine Oase in der Stadt also? Steckbauer geht es um mehr als das: Im Sinne des Konzepts der „Radical Softness“ will sie einen Freiraum fürs Fühlen und das Teilen von Gefühle zu schaffen – als politisches Statement für mehr Empathie und Rücksichtnahme auf sich und andere. bsh

Bis 13. 5., Di.–So. 11–19 Uhr, Frankfurter Tor 1