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Gnade für Todeskandidaten

Todesstrafe Sambias Präsident wandelt alle Todesurteile in lebenslange Haft um

BERLIN taz | Die Vereinten Nationen haben die Suspendierung der Todesstrafe in Sambia begrüßt. Mit dem Verzicht auf Hinrichtungen beende Sambias Regierung großes mentales und körperliches Leid, erklärte der UN-Sonderberichterstatter zu Hinrichtungen, Christof Heyns, am Mittwoch in Genf.

Sambias Präsident Edgar Lungu hatte vor einer Woche die Strafen der derzeit 332 Todeskandidaten in sambischen Gefängnissen in lebenslange Haft umgewandelt. In Sambia steht auf Mord, schweren Raub­überfall und Landesverrat die Todesstrafe, aber es ist seit 1997 niemand hingerichtet worden.

Lungu hatte außerdem angekündigt, sich um die katastrophalen Haftbedingungen zu kümmern. In Sambias Haftanstalten teilen sich 18.300 Gefangene 6.100 Haftplätze; zuweilen kommen zehn Häftlinge auf ein Bett. Über 4.000 Gefangene sind HIV-infiziert. Zu Haftstrafen verurteilte Mütter von Kleinkindern müssen ihre Kinder mit ins Gefängnis nehmen, wo diese unter unzumutbaren Bedingungen aufwachsen. D.J.

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