Palin reingelegt: Telefonscherz mit falschem Sarkozy

Nach Andrea Ypsilanti ist auch Sarah Palin auf eine Telefon-Finte hereingefallen. Mit dem vermeintlichen Sarkozy sprach sie über Präsidentschaftspläne und Carla Bruni.

Nimmt den Telefonstreich mit Humor: Sarah Palin. Bild: dpa

TORONTO/MONTRÉAL afp/ap Sarah Palin ist am Telefon einem kanadischen Radio-Komiker auf den Leim gegangen, der sich als der französische Staatschef Nicolas Sarkozy ausgab. Die Kandidatin für die US-Vizepräsidentschaft merkte selbst nach mehreren Hinweisen nicht, dass der Anrufer sie aufs Glatteis führte.

In dem Gespräch vom Samstag, das auf der Internetseite der "Justiciers masqués" (maskierte Rächer) aus Québec zu finden ist, reagiert Palin enthusiastisch auf den Anruf des vorgeblichen Sarkozy: "Es ist so toll, Sie zu hören, danke, dass Sie uns anrufen (...) Wir haben Hochachtung vor Ihnen, John McCain und ich, wir lieben Sie", sagt Palin, unbeirrt von irritierenden Bemerkungen des Anrufers.

Unter anderem berichtet Komiker Marc Antoine Audette alias Sarkozy, dass er den US-Wahlkampf genau beobachte und dazu einen Sonderberater an der Seite habe: Johnny Hallyday, den berühmten französischen Rock 'n' Roller. Und als der falsche Sarkozy Palin damit schmeichelt, dass sie eines Tages eine gute Präsidentin abgeben würde, lacht die Republikanerin und sagt: "Vielleicht in acht Jahren".

Ansonsten plaudert die Gouverneurin von Alaska mit Sarkozy über die Gefahr, mit Vizepräsident Dick Cheney auf die Jagd zu gehen. Cheney schoss 2006 auf der Jagd versehentlich einen Freund mit seiner Schrotflinte an. Audette sagt Palin, dass er gerne jagen gehe. "Wir sollten zusammen auf die Jagd gehen", schlägt Palin vor. "Ich denke, wir könnten Arbeit erledigen und zusammen viel Spaß haben - zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen." Als der Sarkozy-Imitator sagt: "Also, ich liebe es ja, Tiere zu töten (...) Leben nehmen, das ist so lustig!", lacht Palin.

In Anspielung auf Palins Aussage, sie sei kein Neuling in der Außenpolitik, weil man Russland von Alaska aus sehen könne, erklärt der Anrufer: "Wir haben einiges gemeinsam." Er könne nach Belgien blicken.

Der Telefonscherz wurde am Samstag von einer Radiostation in Québec veröffentlicht, er soll am Montag gesendet werden. Palins Sprecherin Tracey Schmitt bestätigte das Telefongespräch. Palin sei "ein bisschen belustigt" gewesen, zu wissen, dass auch sie nun zur langen Liste derjenigen gehöre, die bei ähnlichen Gelegenheiten reingelegt wurden. Auch Sarkozy habe es schon erwischt. "C'est la vie", sagte die Sprecherin weltgewandt.

Der Komiker hatte ein paar grobe Schnitzer eingebaut, die Palin eigentlich stutzig machen sollten. Audette sagt als Sarkozy, dass der Sänger Johnny Hallyday sein Amerika-Berater sei. Zudem spricht er vom kanadischen Sänger Steph Carse als Ministerpräsidenten - doch der heißt Stephen Harper.

Auch als Audette alias Sarkozy sagt, seine Frau Carla Bruni sei "so heiß im Bett", schöpft Palin noch keinen Verdacht. Auf die Lobeshymne des Anrufers auf das erfüllende Liebesleben mit der französischen First Lady Carla Bruni reagiert Palin amüsiert und macht ihm Komplimente für seine "wunderschöne Familie".

Der Sarkozy-Imitator erklärt der US-Politikerin, seine Frau habe für sie einen Song über "Joe, den Klempner" geschrieben, der zuletzt im US-Wahlkampf als Otto-Normal-Verbraucher immer wieder zur Sprache kam. Auf die Frage, ob "Joe, der Klempner" denn ihr Mann sei, reagiert Palin offenbar nicht.

Weiter sagte der falsche Sarkozy Palin, er habe den "Dokumentarfilm" über sie sehr geschätzt und erwähnt dabei den Titel eines Pornofilms vom "Hustler"-Gründer Larry Flynt. Darauf sagt Palin etwas unsicher: "Oh, gut, danke, ja."

Daraufhin lässt Audette seine falsche Identität fallen und enthüllt seinen Sender. "Oh, wir wurden hereingelegt?" fragt Palin, bevor sie den Hörer einer Mitarbeiterin gibt. Marc Antoine Audette von den "Justiciers masqués" sagte, dies sei der bisher "explosivste Coup" des Teams gewesen und zeigte sich später etwas betreten: "Ich hoffe, wir bekommen dafür keine Fahrkarte nach Guantanamo."

Audette hat zusammen mit seinem Partner Sebastien Trudel auch schon Mick Jagger, Bill Gates oder den ehemaligen französischen Präsidenten Jacques Chirac reingelegt. Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Barack Obama sollte gegen Audette und Co. gewappnet sein: "Ich bin froh, dass wir unsere Anrufe prüfen, bevor wir das Telefon an Barack Obama weitergeben", sagte sein Sprecher zu Palins Missgeschick.

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de