Militärschlag im Kongo: Flüchtige ugandische Rebellen

Uganda, Südsudan und Kongo greifen gemeinsam mit US-Hilfe die Rebellenorganisation LRA an. Damit ist der über zwei Jahre alte Waffenstillstand gebrochen.

Das Militär ist den Flüchtenden auf den Fersen: Rebellen der Lord's Resistance Army (LRA). Bild: ap

BERLIN taz Jahrelang hat Ugandas Regierung darauf gewartet, dass die flüchtige Führung der nordugandischen Rebellenorganisation LRA (Widerstandsarmee des Herrn) nach über 20 Jahren Krieg endlich die Waffen streckt. Nachdem Anfang Dezember ein erneutes Ultimatum an die LRA ergebnislos verstrichen war, ist die Geduld mit den Rebellen nun endgültig am Ende. Seit Sonntag läuft eine groß angelegte gemeinsame Militäroperation der Armeen Ugandas, Südsudans und der Demokratischen Republik Kongo gegen die LRA-Basen im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo, die auch von Luftangriffen begleitet ist.

"Mehrere hundert ugandische Soldaten" seien im Kongo im Einsatz, sagte ein Sprecher der UN-Mission im Kongo (Monuc) gestern. Am Vortag hatten die Militärgeheimdienstchefs der drei beteiligten Länder gemeinsam den Beginn ihres "Angriffs auf Joseph Konys Terroristen" erklärt. "Die drei Streitkräfte haben Konys Hauptlager, genannt Swahili, zerstört und in Brand gesteckt", so die Erklärung weiter. "Die Militäroperation dauert an."

Nach ugandischen Angaben sind Luftwaffe, Bodentruppen und Spezialkräfte an dem Einsatz beteiligt, der seit einem Jahr in Planung ist und vom US-Militär logistisch unterstützt wird. Die Koordination des Einsatzes liegt bei Kongos Armee. Ruth Nankabirwa, Staatssekretärin in Ugandas Verteidigungsministerium, sagte, der Angriff werde andauern, bis die Rebellen Frieden schließen oder sich ergeben.

Mit den Militärschlägen ist ein 28 Monate alter Waffenstillstand zwischen LRA und Ugandas Regierung, der im August 2006 geschlossen wurde und zu einem Friedensvertrag führen sollte, offiziell zu Ende. Zuvor hatte die LRA zwanzig Jahre lang in Norduganda einen brutalen Krieg geführt und Millionen Menschen vertrieben. Seit 2006 hat sich LRA-Führer Kony tief in den Kongo zurückgezogen, wo er ein Netzwerk von Stützpunkten in und um den Garamba-Nationalpark an der sudanesischen Grenze und bis in die Zentralafrikanische Republik hinein aufgebaut hat. Mit Schmuggel von Rohstoffen und Waffen baute sich die LRA einen informellen Staat auf, und in den letzten Monaten hat sie Zehntausende Kongolesen aus dem Distrikt Dungu vertrieben. DOMINIC JOHNSON

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