Bluttat in Landshut: Zwei Tote bei Schießerei in Gericht

Ein 60-Jähriger hat bei einer Schießerei im Landgericht Landshut eine Frau getötet und sich anschließend selbst gerichtet. Grund ist angeblich ein Erbschaftsstreit.

Bei der Schießerei im Landgericht Landshut wurden außerdem zwei Menschen schwer verletzt. Bild: dpa

LANDSHUT/BERLIN ap/dpa Bei einem Erbschaftsstreit vor dem Landgericht Landshut hat ein 60-jähriger Mann am Dienstagvormittag in einer Sitzungspause eine Frau erschossen und anschließend sich selbst getötet. Zwei weitere Prozessbeteiligte wurden von Schüssen schwer verletzt, wie Polizeisprecher Leonhard Mayer berichtete. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte sei der Täter bereits tot gewesen: "Die Polizei hat keinen einzigen Schuss abgegeben", sagte Mayer.

Das Verbrechen ereignete sich nach Angaben des Sprechers gegen 10.15 Uhr: Die Verhandlung, bei der es nach Informationen der Nachrichtenagentur AP um eine sogenannte Auskunftsklage in einem Erbschaftsstreit ging, war gerade unterbrochen worden, und die Prozessbeteiligten gingen vor den Sitzungssaal. Dort eskalierte der Streit, der 60-Jährige aus Dingolfing zückte eine Waffe, erschoss die Frau, verletzte die beiden anderen Prozessbeteiligten und richtete dann die Waffe gegen sich selbst.

Der Täter und das zweite Todesopfer seien miteinander verwandt, sagte Gerichtssprecherin Elisabeth Waitzinger der Nachrichtenagentur AP. Die Schwerverletzten, deren genaue Identität zunächst unklar war, wurden mit einem Rettungshubschrauber abtransportiert. Sie schwebten aber nicht in Lebensgefahr. Oberstaatsanwalt Markus Kring sagte, einer der Verletzten sei möglicherweise ein Rechtsanwalt. Zeugen des Vorfalls erlitten einen Schock und wurden vor Ort von Ärzten und einem Kriseninterventionsteam betreut, einige wurden ins Krankenhaus gebracht.

Das Justizgebäude, in dem Amts- und Landgericht untergebracht sind, wurde großräumig abgesperrt. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort. "Diese Amoklage hat sich aus heiterem Himmel ergeben", sagte Mayer. Gerichtsprecherin Waitzinger sagte, bislang gebe es keine Erklärung, warum die Situation so eskaliert sei. Auf die Frage, wie der Täter eine Waffe in das Gerichtsgebäude bringen konnte, sagte sie, bei Zivilverfahren gebe es keine Kontrollen.

Unklar blieb zunächst, mit welcher Waffe der Täter schoss und wie viele Schüsse er insgesamt abgab. Polizei und Staatsanwaltschaft wollten um 14.00 Uhr auf einer Pressekonferenz weitere Details bekanntgeben.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat sich nach der Schießerei bestürzt gezeigt. "Das ist wiederum eine unbegreifbare Tat", sagte er am Dienstag in Berlin. Er bekräftigte, dass das bayerische Kabinett nach Ostern über eine Verschärfung der Waffenkontrolle beraten werde. "Mir erscheint nach allen Informationen, die wir in den letzten Wochen gesammelt haben, die Kontrolle des Waffenrechts als ein Schwachpunkt." Seehofer erklärte unter Berufung auf das Lagezentrum, einer der Toten sei der Täter, ein Mann aus Dingolfing.

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