E-Book Kindle kommt vorerst nicht: Warten auf den Kindle

In den USA ist Amazons Lesegerät Kindle ausverkauft - Interessenten in Deutschland müssen sich weiter gedulden: Die Verhandlungen mit Mobilfunkanbietern stocken.

Zynische Zeitgenossen werfen Amazon einen "fabrizierten Ausverkauf" des Kindle vor. Bild: ap

Eigentlich hätte Amazons E-Book Lesegerät Kindle in diesem Sommer in Europa in den Handel kommen sollen, berichtet die "Wirtschaftswoche" in ihrer aktuellen Ausgabe. Besonders der deutsche Markt sei für den Konzern interessant gewesen. Wie das Blatt aber von Insidern erfuhr, konnte sich Amazon auf keinen Preis mit deutschen Mobilfunkanbietern einigen.

Beim Kindle kommen elektronische Bücher drahtlos auf das Lesegerät - Nutzer zahlen dafür nur den Buchpreis von durchschnittlich knapp 10 Dollar. In den USA wird die Infrastruktur für das so genannte "Whispernet" vom Mobilfunkanbieter Sprint gestellt, hier zu Lande soll es Verhandlungen mit Vodafone und T-Mobile gegeben haben. Einem Amazon-Manager zufolge seien die Preisvorstellungen der Telefongesellschaften jedoch "überzogen" gewesen.

So bleibt mit Sony und seinem inzwischen fast zwei Jahre alten Lesegerät PRS-505 zunächst der einziger große Player im hiesigen E-Book-Markt. Sony kommt derzeit ohne Mobilfunkpartner aus, weil Bücher per PC synchronisiert werden. Kleinere Unternehmen wie die Berliner Firma Txtr wollen ihre Dienste aber im Herbst anbieten.

In den USA kann Amazon unterdessen einen weiteren Erfolg mit dem Lesegerät für elektronische Bücher vermelden: Der neue Kindle DX, eine im Mai vorgestellte Variante des Geräts mit einem größeren Bildschirm, ist bereits ausverkauft. Wie bei den Vorgängermodellen Kindle und Kindle 2 gibt der Konzern aber keine Verkaufszahlen bekannt. Deshalb lässt sich aus dem reinen Ausverkauf auch nicht schließen, wie erfolgreich der mit 489 Dollar nicht gerade krisenfreundlich bepreiste E-Book-Reader tatsächlich ist.

Zynische Zeitgenossen werfen Amazon sogar einen "fabrizierten Ausverkauf" vor - indem das Unternehmen die Bestände künstlich knapp halte. Dies wird von dem E-Commerce-Konzern jedoch zurückgewiesen. Laut einem Bericht des Fach-Blogs "Techcrunch" unter Berufung auf interne Quellen sollen im ersten Verkaufsjahr bis August 2008 mindestens 240.000 Geräte verkauft worden sein.

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