Bürgermeister in Schiffsweiler: Kinderpornografie, abgewählt

Ein wegen Kinderpornografie-Besitzes in erster Instanz verurteilter Bürgermeister ist jetzt abgewählt worden. Die Wahlbeteiligung lag deutlich über der erforderlichen 30-Prozent-Marke.

Bei einer Razzia in Österreich beschlagnahmte Datenträger. Bild: ap

SCHIFFSWEILER apn | Der wegen Besitzes von Kinderpornografie in erster Instanz verurteilte Bürgermeister der saarländischen Gemeinde Schiffweiler hat nun auch sein Amt verloren. Am Sonntag wählten die Bürger der Gemeinde den SPD-Politiker Wolfgang Stengel mit großer Mehrheit ab.

Knapp 69 Prozent befürworteten die Amtsenthebung des 46-Jährigen, der im vergangenen Dezember zu einer Geldstrafe von insgesamt 7.500 Euro verurteilt worden war. Die Wahlbeteiligung lag mit 49,6 Prozent deutlich über der erforderlichen 30-Prozent-Marke.

Nach Überzeugung des Landgerichts hatte der Familienvater mit seinem Laptop im Internet gezielt Seiten mit kinderpornografischem Inhalt aufgesucht. Der Richterspruch ist allerdings noch nicht rechtskräftig, da Stengel Revision eingelegt hat.

Die Kommunalaufsicht hatte den 2006 direkt gewählten Bürgermeister bereits im Dezember 2008 vom Amt suspendiert. Die Abstimmung durch die Bürger hatte Stengel nun selbst beantragt. Damit wird es in Schiffweiler innerhalb der nächsten sechs Monate zu einer Neuwahl kommen.

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