Kommentar Küstenschutz: Höhere Deiche für neue Kohlemeiler

Über die Folgen des Klimawandels und den Umgang mit ihnen wird weiter trefflich gestritten. Und in Schleswig-Holstein, meerumschlungen, ist die Diskussion naturgemäß besonders intensiv.

Manche Debatten haben so ihre skurrilen Züge. Auch die über den Klimawandel. Der wird ja inzwischen von niemandem mehr in Frage gestellt, der ernst genommen werden will. Über die Folgen jedoch und den Umgang mit ihnen wird weiter trefflich gestritten. Und in Schleswig-Holstein, meerumschlungen, ist die Diskussion naturgemäß besonders intensiv.

In Brunsbüttel droht sie zur Farce zu werden. Dort die Deiche zu erhöhen, damit Kohlemeiler künftig auf Warften an der Elbe Kohlendioxid in die Atmosphäre blasen können, kann als Endstadium des Widersinns begriffen werden. Bei nüchterner Betrachtung jedoch handelt es sich um die Hauptbeschäftigung aller Technokraten, die Probleme lösen zu müssen, die es ohne sie gar nicht gegeben hätte.

Es kann nicht angehen, dass ein Ministerium Kohlekraftwerke genehmigt und anschließend die Folgen mit Hunderten von Euromillionen einzudämmen versucht. Das Eine darf nicht sein, das Andere ist eh schon dramatisch und teuer genug.

Dagegen zeugt der Vorschlag, das Land hinter den Deichen neu zu gestalten, durchaus von Realitätssinn. Was zunächst wie das Hirngespinst eines durchgeknallten Professors erscheinen mag, könnte letztlich eine geniale Idee sein. Die Aufforderung, offensiv zu gestalten statt nur abzuwehren, verdient es, gründlich geprüft zu werden.

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