DER RECHTE RANDWO SCHÜLERBURSCHENSCHAFTEN STEHEN

Krieger für Deutschland

Am Pathos spart der „Allgemeine Pennäler Ring“ (APR) nicht. „Jugend, erhebe dich aus den Trümmern unserer Zeit, befreie dich von allem, breite deine Flügel über unser ew’ges Vaterland und benetze sie mit deinem Schweiß und Blut“, heißt es in einem Heft der APR: „Werde Krieger und Arbeiter für Deutschland.“

Am Samstag richtet der bundesweite Zusammenschluss von extrem-rechten Schülerburschenschaften in Hamburg ihren „23. Pennälertag“ aus. Im Haus der Burschenschaft Germania in der Sierichstraße kommen sie zusammen, um ihre Arbeit zu koordinieren. Organisator: Die Pennale Burschenschaft Chattia Friedberg.

Am April 2013 hatte die Chattia ein besonderes burschenschaftliches Ritual veranstaltet: die Hatz, eine Mensurform. Laut dem Waidhofner Abkommen, einer ihrer Regeln, darf „Juden auf keine Waffe mehr Genugtuung“ gegeben werden, da sie für das Duell „unwürdig“ seien.

Die APR, der 13 Schülerburschenschaften angehören, versteht sich als „national-freiheitlich und wehrhafte Pennalkorporation“. Felix Krebs, Mitherausgeber des verbindungskritischen Buches „… und er muss deutsch sein“, sagt, dass Positionen und Kontakte des APR nach ganz weit rechts außen weisen.

Bei der Gründung des APR in Eisenach 1990 wirkte auch die Pennale Burschenverbindung Teutonia Hamburgia zu Hamburg mit. In einem geheimen Bericht des Hamburger Verfassungsschutzes (VS) hieß es 1993, dass der Teutonia „ausschließlich Rechtsextreme“ angehören, die auch Wehrsportübungen veranstalteten. Zur „Hatz“ der Chattia kam Björn Neumann, NPD-Kandidat zur Hamburger Bürgerschaftswahl 2011. Der VS nahm auch wahr, dass in der Chattia Personen mitwirken, die für die „NPD aktiv sind oder waren“.

Zu einer Gegenkundgebung in der Sierichstraße ruft das „Hamburger Bündnis gegen rechts“ und die GEW auf. Beginn: Samstag, 10.30 Uhr.

Hinweis: ANDREAS SPEIT arbeitet als freier Journalist und Autor über die rechte Szene nicht nur in Norddeutschland