DIAKONIEDIREKTORIN KRITISIERT NEUEN RICHTWERT FÜR WOHNKOSTENÜBERNAHME

Berlin ist teurer, als der Richtwert erlaubt

Die Direktorin der Diakonie Berlin-Brandenburg, Susanne Kahl-Passoth, hat am Donnerstag den Beratungsbus der Aktion „Irren ist amtlich“ der Berliner Arbeitsloseninitiative (BALZ) vor dem Jobcenter Charlottenburg-Wilmersdorf besucht. Kahl-Passoth kritisierte, die Anhebung der Richtwerte für Bruttowarmmieten von ALG-II-Empfängern, die Gesundheits- und Sozialsenator Mario Czaja (CDU) am Dienstag verkündet hatte, sei unzureichend. Seine Berechnung hätten sich an den Mieten im Umland orientiert, es sei unmöglich, in Berlin Wohnungen zu finden, die diesen Werten entsprechen. So blieben viele Hartz-IV-Empfänger in ihren teuren Wohnungen und müssten die Differenz zwischen tatsächlicher Miete und den vom Amt gezahlten Betrag aus eigener Tasche zahlen.

Noch bis zum 9. August ist der Bus der Aktion auf Beratungstour: Rechtsanwälte und Sozialarbeiter bieten kostenlose Fallberatung vor den Jobcentern. Etwa jede dritte Person wende sich mit Mietkostenproblemen an die Berater, erklärte Busorganisator Frank Steger von Balz. Er rät: „Dokumentieren Sie Ihre Umzugsbemühungen für Ihre Forderungen an das Jobcenter!“

MILENA MENZEMEN