WAS MACHT EIGENTLICH... … die Brandenburger Biene?

Sie summt nur noch vereinzelt

Mit den Bienen ist es wie mit den Deutschen: Sie werden immer weniger. Ganze Landstriche muss man inzwischen als fast entvölkert bezeichnen. In Brandenburg leben heute 0,6 Bienenvölker pro Quadratkilometer, nach der Wende waren es noch vier bis fünf.

Schuld an der Misere ist auch der harte letzte Winter. Normalerweise machen die summenden Viecher an einem warmen Tag im Januar oder Februar einen Reinigungsflug, um ihre Kotblase zu entleeren. Der Stock bleibt so sauber und die Bienen gesund. Dieses Jahr war es für das Geschäft draußen zu kalt. Die grausige Folge: 30 Prozent der Tiere erlebten den Frühling nicht mehr.

Das ist nicht nur schlecht für die Bienen, sondern auch für die Obstbäume, die im Berliner Umland bald in voller Blüte stehen. Weniger Bienen sollen nun dieselbe Arbeit verrichten. Damit die Pflanzen trotzdem zu ihrer Bestäubung kommen, haben die Bauern vorgesorgt. Sie holten Imker in die Plantagen, sodass sich die Bienen gleich in der Nähe ihrer Wirkungsstätte befinden. Die Stöcke sollen außerdem mehrfach umgesetzt werden, damit alle Bäume ihre Chance bekommen.

Mit den Imkern ist es übrigens wie mit den Bienen und den Deutschen: Der Nachwuchs fehlt.

Das gibt nun einige Rätsel auf. Laut Agenturmeldung entdecken nämlich Bienenzüchter in der Regel im Alter von 50 bis 60 Jahren ihr Hobby. Von diesen Menschen haben wir doch eigentlich genug! Die Imker unter den Deutschen müssten genau genommen immer mehr werden. Ist dann wohl doch nicht alles nur eine Frage der Demografie. ALL FOTO: AP