DER RECHTE RANDWo Hamburgs NPD sich zum Parteitag trifft

Bei den Gartenfreunden

Auch wenn die Sonne strahlend auf die Hamburger Kleingartenkolonie herab scheint: An dem weißen Gebäude sind die Jalousien beinahe ganz herunter gelassen, die Gardinen zugezogen. Am vergangenen Sonntag kamen in dem Vereinshaus der Gartenfreunde am Schlagboom e. V. auch nicht wie sonst Gartenfreunde zusammen: Der NPD-Landesverband um Torben Klebe hatte zum Parteitag geladen – wollte dabei allerdings unter sich bleiben.

„Unser diesjähriger Landesparteitag findet in der heißen Phase des Volksentscheides zur Schulreform statt“, schrieb Klebe in der Einladung und unterstrich, die NPD sei gegen die geplante sechsjährige Primarschule, weil dort das Niveau „von sprachunkundigen und lernunwilligen Ausländerkindern“ bestimmt würde. Als Gastredner war der Münchener Stadtrat Karl Richter angekündigt, stellvertretender NPD-Chef und Chefredakteur der Parteizeitung Deutsche Stimme.

Nachmittags um 14.30 kontrollierten Parteikader am Treffpunkt, einem U-Bahnhof in Hamburg-Farmsen, die Anreisenden. Rund 20 Pkw parkten da schon vor dem Vereinshaus. Eine unauffällige Frau kam mit dem Rad, fragte nach dem Weg. Drinnen im Vereinsheim, das rund 60 Gästen Platz bietet, wurde die aktuelle Landesverbandspolitik verhandelt, aber kein neuer Vorstand gewählt: Der soll erst 2011 gekürt werden.

„Wir wussten nicht, dass die NPD kommen würde“, sagt die im Verein für die Vermietung Zuständige mit entsetzter Stimme. Ein „Herr Willi Wegner“ habe die Räume für ein „Sommerfest“ angemietet, wie zuvor schon für eine Weihnachtsfeier. Wegner ist seit langem Aktivist der extremen Rechten, wurde 1982 wegen Beihilfe zum Fememord verurteilt. Im Rückblick versteht die Frau vom Verein auch, warum Wegner sich zunächst meldete, weil die Kühlanlage nicht ging, dann aber doch nicht wollte, das jemand zur Behebung vorbeikam.

Hinweis:ANDREAS SPEIT arbeitet als freier Journalist und Autor über die rechte Szene nicht nur in Norddeutschland