WAS MACHT EIGENTLICH ...… Michail Nelken?

In Pankow wieder auftauchen

Am 17. September war Michail Nelken einer der ganz großen Verlierer. Seine Partei, die PDS, hatte rund die Hälfte ihrer Stimmen eingebüßt. Nelken selbst verlor seinen Wahlkreis in Prenzlauer Berg an die grüne Konkurrenz. Nach elf Jahren im Abgeordnetenhaus stand Nelken vor dem politischen Aus. Nun ist er wieder da – zurück an der Basis.

In seinem Heimatbezirk Pankow soll Nelken Stadtrat für Wirtschaft, Stadtentwicklung und Kultur werden. Den Posten hatte zwar gerade erst seine Parteikollegin Almuth Nehring-Venus übernommen. Doch die purzelt nach oben und wird Staatssekretärin an der Seite von Wirtschaftssenator Harald Wolf. Heute will der PDS-Bezirksvorstand Nelken bei einer Parteiversammlung als Nachfolger vorschlagen. Zieht die Basis mit, muss im Dezember noch das Bezirksparlament folgen.

Zwar stand der ehemalige Mitarbeiter der Akademie der Wissenschaften der DDR nach dem Ausscheiden aus dem Parlament auch beruflich vor dem Nichts. Dennoch hat die Kandidatur keinen schlechten Beigeschmack. Nelken wurde in Insiderkreisen schon lange gehandelt. Auch bei den Koalitionsverhandlungen mit der SPD vertrat der Experte für Stadtentwicklung seine Partei. Der 54-Jährige gilt als ein streitbarer Geist. Die Entscheidung für Nelken verspricht spannende Auseinandersetzungen, etwa mit Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD). Zuletzt war Nelken immer wieder für Aktionen gut, die nicht unbedingt der Linie der rot-roten Senats entsprachen. DIRK HAGEN/FOTO: PDS