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Eine Fußball-Jugend

Wenn morgen um 15.30 Uhr der Karlsruher SC im Wilhelm-Koch-Stadion gastiert, wird auch Jens Scharping dabei sein, der gegen den HSV sein zehntes Bundesligaspiel für den FC St. Pauli bestritt. Grund genug, um mit dem Jubilar zu sprechen.

taz: Sie gelten als der letzte Straßenfußballer Hamburgs.

Jens Scharping: Das ist schwer zu sagen. Früher in Eimsbüttel bin ich immer zum Bolzplatz gegangen – meist alleine. Später hat mich ein Freund mal mit zum ETV genommen, da war ich sieben Jahre alt.

Welche sportlichen Vorbilder hatten Sie?

Alle sagen Gerd Müller, weil ich den gleichen dicken Hintern habe. Deshalb auch der Spitzname Gerdl. Ansonsten Romario.

Wann haben Sie gemerkt, daß Sie ein guter Fußballer werden können?

In der Landesliga beim ETV habe ich in einer Saison 28 Tore geschossen. Daraufhin hat mich St. Pauli geholt. Von da an lief es gut für mich.

Sie müssen also nicht für die Alteingesessenen ackern, obwohl Sie mit 21 Jahren der zweitjüngste Spieler sind?

Die drei oder vier jüngsten müssen immer ran und tragen die Bälle – das ist normal.

Andere junge Männer gehen am Wochenende aus. Sie müssen Fußballspielen.

Das habe ich alles schon hinter mir. Früher beim ETV war ich immer auf Tour. Jetzt ist es selten, daß ich weggehe. Fußball ist ja meine Jugend gewesen, es gab nur Fußball für mich.

Alles klar, wir bleiben am Ball.

Fragen: ec/Foto: MS

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