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Unterm Strich

Der „ultimative Sommer- und Wahlkampfhit 98“ kommt nach deren eigener Einschätzung von der De//te/eM Music Factory im schönen Offenbach am Main. „Tschüs Helmut“ heißt die Maxi-CD, die seit 1. Juli käuflich zu erwerben ist. „Tschüs Helmut“ ist „eine Mischung aus satirischem Rap, eingängigem Mitsingrefrain, groovigem Beat und modernem Arrangement“. Der Männergesangsverein Pfälzer Saumagen (M.G.V.P.S.) mit seinem Frontmann Manfred Wallig vom Wiesbadener Hinterhaus- Kabarett „begleitet Helmut Kohl in den wohlverstandenen Ruhestand. Das geht ins Ohr, in die Beine, und die Hände winken ganz von selbst mit“. Hoffentlich wird eine Regierung Schröder, wenn sich sonst schon nichts ändert, wenigstens solche Witzischkeiten mit Kohl aufs Altenteil schicken.

Zum 65. Todestag des Berliner Schriftstellers, Revolutionärs und Anarchisten Erich Mühsam werden Berliner und Lübecker Künstler heute abend 24 Stunden lang am Ehrengrab auf dem Dahlemer Waldfriedhof gelesen haben. Mühsam war 1934 im KZ Oranienburg ermordet worden. Mit der Lesung solle das Andenken an einen der bedeutendsten Berliner Schriftsteller, Dramatiker, expressionistischen Lyriker und Bänkelsänger erhalten werden. Auch wollen die Künstler an Mühsams fortschrittliche, friedensfördernde und für soziale Gerechtigkeit eintretende Literatur erinnern. Zu den Veranstaltern gehört auch die Erich-Mühsam-Gesellschaft Lübeck.

Und nun raten Sie mal, wer die Laudatio auf den diesjährigen Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels, Martin Walser, hält? Der Schirrmacher Frank von der FAZ ist's. Walser habe sich Schirrmacher selbst als Redner gewünscht, teilte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels gestern in Frankfurt mit. Der Preis wird während der Frankfurter Buchmesse in der Paulskirche verliehen.

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