FILM

Chronik einer Befreiung

Es ist die Chronik einer Befreiung daraus, einsam zu funktionieren. Ann Hidden (Isabelle Huppert) steigt komplett aus. Die Untreue ihres Mannes ist der Auslöser, nun macht sie Schluss mit ihrer bisherigen Art zu Leben: Sie verkauft ihr großzügiges Appartment mit Marmorböden, verbrennt ihre Fotos, entleert ihre Schränke in einen großen Müllsack nach dem anderen. Noch ein letztes Mal bespielt sie ihre Klaviere, bevor auch sie abtransportiert werden. Alle Menschen, mit denen sie zu tun hatte, haben etwas für sie erledigt, Dienstleistung statt Freundschaft: Schluss damit. Aber je weiter sie sich vom regnerischen Nordfrankreich entfernt, desto heller und satter werden die Farben in Benoît Jacquots „Villa Amalia“, der Verfilmung eines Romans von Pascal Quignard: An der neapolitanischen Küste entdeckt sie beim Schwimmen ein einzelnes, kleines Haus am Hang mit wunderschönem Blick aufs Meer; eine alte Bäuerin erlaubt ihr, dort zu leben. GK

■ bis Mi, 30. 3, tägl. 18 Uhr, 3001, Schanzenstraße 75 (im Hof)