KRITIK VOM NATURSCHUTZBUND

Fällungen in Moabit haben begonnen

Linden, Ahorne und Ulmen werden seit Dienstag im Moabiter Ottopark zwischen Ottostraße und Thusnelda-Allee gefällt. Der Grund sind Pläne zur Umgestaltung der Grünfläche, gegen die es Bürgerproteste gegeben hätte. Auch jetzt kommt Kritik vom Naturschutzbund Nabu und der Bürgerinitiative (BI) „BürgerInnen für einen respektvollen Umgang mit unseren Grünflächen“.

2.800 Unterschriften hatte die BI im September gesammelt, um für den Erhalt von 53 der 102 zu fällenden Bäume zu kämpfen. Mehrere der Bäume sind bereits der Motorsäge zum Opfer gefallen. „Das Bezirksamt handelt alles andere als deeskalierend“, sagte Karl Amannsberger von der BI. „Bezirksstadtrat Ephraim Gothe hat den Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung eklatant missachtet.“

Vor drei Wochen hatte sich die BVV Mitte einstimmig für ein Baumfällmoratorium bis Dezember und ein Mediationsverfahren ausgesprochen. Aus Kostengründen entschied sich Stadtrat Gothe dagegen. Laut Gothe gehen mindestens 300.000 Euro Fördergelder verloren, wenn sich die Arbeiten verzögern. Auch habe man seit mehr als einem Jahr die BürgerInnen in den Planungsprozess mit einbezogen. „Wir wollen aber umsetzen, was möglich ist“, sagte Gothe gestern der taz. Für den zweiten Bauabschnitt zwischen Thusnelda-Allee und Stromstraße soll ab November ein runder Tisch einberufen werden, an dem über die Fällungen gesprochen wird.

Nabu-Geschäftsführerin Anja Sorges will daran teilnehmen. Sie fordert, die vitalen Bäume stehen zu lassen und für jeden gefällten Baum einen neuen zu pflanzen. Nach Angaben des Architektenbüros Latz & Partner sind sechs der 102 zu fällenden Bäume gesund. Acht Neupflanzungen sind geplant. JULIA FIEDLER