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Kopf im Sand

■ Der Aufsichtsrat der Neuen Heimat segnete Verkauf ab

Ein engagierter Mieterbundvorsitzender und Genosse Jahn, der im Bundestag die Mieter beruhigt, ein kämpferischer Kollege und IG–Metallvorsitzender Mayr, der auffordert so zu tun, „als ob es die Neue Heimat nicht gäbe“, ein entschlossener Nachrücker Steinkühler, der ohne Diskussionsbeteiligung sein Votum für den Ramschverkauf abgibt, um in scheinbarer Seelenruhe den Gewerkschaftstag vorzubereiten. Kein einziger namhafter Vertreter einer Einzelgewerkschaft, der nicht längst seinen Kopf in den Treibsand gesteckt hat, auf den die Neue Heimat gebaut ist, taucht aus dem Funktionärssumpf auf. Und die von der Überraschung paralysierten Betriebsräte reagieren mit Treueschwüren, wie die Sanyassin nach der Aufgabe Rashneesh Purams. Allein die Gläubigerbanken scheinen die Vertreter der Gemeinnützigkeit daran hindern zu wollen, sich davonzustehlen. Was muß noch passieren, um dieses Stahlbetongebäude zu erschüttern? Ob die Gewerkschafter nun nur noch an den „freien“ Privatunternehmergeist glauben, auch wenn er bisher nur kleine Brötchen gebacken hat, ob Schiesser Strohmann für Wohnungshaie ist, gegen die die Gemeinnützigkeitsbewegung einst antrat, oder ob der SPD–Parteifreund auf der Unternehmerseite Strohmann für den DGB ist, der für den sauberen Dr. Breit den Mr. Hyde spielen soll, - das spielt keine Rolle mehr. Das Neue– Heimat–Kabinett aus Geschäftführern, Vorständen, Hauptkassierern, Arbeitnehmer– und Arbeitgebervertretern in einer Person hat den Cäsarendaumen nach unten gedreht. Es hat sich damit selbst sein Zeichen gegeben. Die Verschleuderer gehören auf den Schleudersitz. Das Ende der Neuen Heimat muß auch das Ende dieser DGB–Spitze sein. Kuno Kruse

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