piwik no script img

Libanesinnen ausgeladen

Berlin (taz) - Mit einem offiziellen Schreiben des Bundespresseamtes wurden gestern acht Libanesinnen und 17 Kinder, die auf Einladung der Bundestagsabgeordneten Ellen Olms nach Bonn reisen sollten, wieder ausgeladen. Die einzelnen Bundestagsabgeordneten haben die Möglichkeit, in Zusammenarbeit mit dem Bundespresseamt Gruppen ihrer Wahl nach Bonn einzuladen. Die Informationsreise war bereits zuvor von der Berliner Ausländerbehörde verboten worden. Das Berliner Verwaltungsgericht hatte diese Entscheidung vorgestern teilweise aufgehoben. Lediglich jene 14 Libanesinnen, deren Asylverfahren noch nicht rechtskräftig abgeschlossen ist, müssen den Asylgesetzen entsprechend im Land Berlin bleiben. Die übrigen, deren Asylbegehren abgelehnt ist, die aber in Berlin geduldet werden, können die Reise antreten. Die Duldung hätte einen „aufenthaltserlaubnisähnlichen“ Charakter, damit müsse ihnen Freizügigkeit gewährt werden. Mit der Ausladung durch das Bundespresseamt würden die Libanesinnen als „Parias“ behandelt, kritisierten die Bonner Grünen. Die Grünen–Fraktion will jetzt selbst die Reisekosten übernehmen und damit für ein „Bleiberecht“ der Geduldeten demonstrieren. wollo

Gemeinsam für freie Presse

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen