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Atomwaffen–Geheimforschung

Kiel/Bonn (taz) - Die Bundeswehr soll in den siebziger Jahren in Zusammenarbeit mit der Fraunhofer–Gesellschaft eine eigene Atomwaffenforschung betrieben haben. Die Grünen Schleswig– Holsteins legten gestern vertrauliche Unterlagen aus dem früheren „Institut für naturwissenschaftlich–technische Trendanalysen“ vor, das bis Ende der siebziger Jahre in Stohl bei Kiel ansässig war und dann nach Euskirchen umzog. Der von den Grünen jetzt geäußerte Verdacht ist nicht neu. Bereits 1985 waren durch den SPD– Bundestagsabgeordneten Roth Informationen über die vom Verteidigungsministerium finanzierten Forschungsprojekte bekannt geworden. Eine von den Grünen jetzt ebenfalls in Auszügen vorgelegte Forschungsarbeit aus dem Jahre 1975 hat den Titel „Möglichkeiten und Grenzen der Implosion und Kompresssion von Kernspaltungsmaterial“. Im Rahmen dieser Arbeit wurden „waffentechnologische Gesichtspunkte“ und deren „technische Realisierbarkeit“ untersucht. Weiterhin heißt es in einer Begründung, diese Arbeiten „sowie Wirtschaftlichkeitsüberlegungen hinsichtlich des Spaltmaterials spielen eine wichtige Rolle für die zukünftige Entwicklung“ auf dem Gebiet der Atomwaffenherstellung.

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