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Rumänische A-Bombe: Aufschneiderei?

Berlin, Wien (taz/ap) - Er sei in der Lage, eine eigene Atombombe zu bauen, ließ der rumänische „Conducator“ Nicolae Ceausescu über die von ihm beherrschten Medien am Wochenende verbreiten. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Agerpres am Samstag berichtete, hielt Ceausescu am Freitag in Bukarest eine Rede, in der er die technischen Errungenschaften Rumäniens lobte: „Wir können Ausrüstungen und Maschinen aller Art herstellen.“ Er rief dazu auf, die Konkurrenz „mit den besten Erzeugnissen“ zu wagen, „die in der Welt hergestellt werden (..). Nur in einem Bereich wollen wir das nicht - dem der Kernwaffen. Technisch stünde uns auch diese Möglichkeit offen, aber wir wollen uns nicht darauf festlegen, weil wir fest zum Kampf gegen die Kernwaffen entschlossen sind.“ Aufschneiderei oder nicht - jedenfalls kursieren seit längerem Gerüchte, wonach Ceausescu auf Kosten des Lebensstandards enorm aufrüste.

In diesem Zusammenhang wird immer wieder Henry Coanda genannt, der in den siebziger Jahren maßgeblich an der Weiterentwicklung von Kampfflugzeugen in den USA beteiligt gewesen sein soll, 1984 aber überraschend in seine Heimat zurückkehrte, wo er im rumänischen Geheimdienst eine führende Rolle einnahm. Unbestätigten Berichten zufolge hatte Ceausescu bereits im August vergangenen Jahres bei einer Begegnung mit dem ungarischen Parteichef Karoly Grosz in der rumänischen Stadt Arad von der Möglichkeit zur Herstellung von Nuklearwaffen gesprochen.

Roland Hofwiler

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