piwik no script img

Streit um Atommüllfabrik in Sibirien

Moskau (afp) - Die Einwohner der sibirischen Millionenstadt Krasnojarsk haben sich gegen den Bau einer „Entsorgungsanlage“ für Atombrennstäbe des gesamten Ostblocks gewandt. Die Gewerkschaftszeitung 'Trud‘ berichtete, die Bewohner hätten erst kürzlich erfahren, daß die nahegelegene „Geheimzone 27“ für eine Atommüllfabrik reserviert sei, die bereits im Bau ist. Das Projekt sei seit 15 Jahren in Planung, und die Bauarbeiten hätten ohne Genehmigung begonnen, die erst 1984 erteilt worden sei. Die Atomabfälle sollen verflüssigt und in 700 Metern Tiefe in dem erdbebengefährdeten Gebiet in Tonschichten unter dem Jenissei-Fluß verpreßt werden.

Die Zahl der Störfälle in sowjetischen Atomkraftwerken hat sich nach sowjetischen Statistiken erhöht. Das Staatskomitee für Sicherheit in den Atomkraftwerken gab an, daß im Juni in den 44 arbeitenden sowjetischen AKWs 30 Störfälle gemeldet worden seien. Die meisten Störfälle seien auf „menschliches Versagen“ zurückzuführen. Die anfälligsten Atomkraftwerke seien die AKWs Smolensk und Balakowo. Im sibirischen Kurs sei es am 26. Juni zum Austritt von „schwach radioaktivem Wasser“ gekommen. Die Störfallstatistik soll in Zukunft monatlich veröffentlicht werden.

Gemeinsam für freie Presse

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen