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Ermittlungen wegen Schüsse in die DDR bisher ohne Ergebnis

Kassel (ap) - Die Hintergründe des schweren Zwischenfalls an der Grenze zur DDR, wo in der Nacht zum Freitag von hessischem Gebiet eine Ortschaft in der DDR mit Kleinkalibermunition beschossen wurde, liegen weiter im dunkeln. Oberstaatsanwalt Klaus Tschepke von der Staatsanwaltschaft Kassel, die am Montag die Ermittlungen übernahm, erklärte auf Anfrage: „Wir haben noch keinerlei Erkenntnisse darüber, was hinter der Sache steckt.“ Auch sei noch nicht sicher, ob es einen oder mehrere Schützen gegeben habe und welches Motiv sie gehabt hätten.

Bundesgrenzschutz und Kriminalpolizei hatten am Wochenende bei der Spurensuche nach einem offiziellen Protest der DDR gegen den „schwerwiegenden provokatorischen Anschlag“ am Ufer des Grenzflusses Werra rund 90 Patronenhülsen gefunden. Die Täter fuhren den Ermittlungen zufolge mit einem Auto bis an den Grenzfluß und schossen von dort über den Fluß hinweg etwa anderthalb Stunden lang auf die DDR-Gemeinde Wahlhausen. Nach Angaben des Grenzschutzes wurden zwei Wohnhäuser und eine Scheune getroffen, Menschen kamen aber offenbar nicht zu Schaden. Bundesinnenminister Schäuble, der sich gestern an der innerdeutschen Grenze in Bad Hersfeld beim Bundesgrenzschutz aufhielt, nahm keine Stellung zu den Vorfällen.

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