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■ D I E A N D E R E NBerliner Zeitung
Die Ostberliner Tageszeitung zum „Sturm an der Moldau“
Der neue Generalsekretär Karel Urbanek hat die Kardinalfehler der abgelösten Führung wohl erkannt. Er spricht von Unfähigen und Nichtstuern. Auch weiß er, daß es mit personellen Konsequenzen allein nicht getan ist.
Zu lange hatte die alte Riege den Deckel über den landesweit brodelnden Unmut behalten, als daß den neuen Köpfen nun wie selbstverständlich Vertrauen zufiele. Parallelität benachbarter Ereignisse.
Ob die Krise ohne neue Polizeieinsätze behoben werden kann, hängt gewiß zuallererst davon ab, wie ernsthaft der angekündigte Dialog mit Kritikern und Oppositionellen tatsächlich geführt wird und wieweit diese Gespräche mit klaren Vorstellungen für einen schnellen demokratischen Wandel einhergehen.
Manches deutet darauf hin, daß der Stein ins Rollen gekommen ist. Am meisten überraschte dabei Urbanek selbst, als er erklärte, daß er die Versöhnung auch mit jenen Leuten sucht, die die Partei nach dem Ende des Prager Frühlings vor 20 Jahren verlassen mußten. Nicht zuletzt deshalb darf man davon ausgehen, daß in der CSSR ein völlig neuer Wind weht.
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