: Nicaraguas Muskelspiele
■ Drohgebärden gegen die USA wegen Panama-Invasion
Managua (taz) - Zwei olivgrüne Panzerfahrzeuge rollten behäbig die Straße entlang und nahmen vor der US-Botschaft Aufstellung, während eine Spezialbrigade der sandinistischen Polizei einen lockeren Sperrgürtel errichtete. Bewehrt mit schwarzen Helmen und Nackenschützen, leichten Metallschildern, Gummiwürsten und Tränengasbomben warteten die Männer und Frauen der für den Straßenkampf ausgebildeten Einheit auf weitere Befehle.
Nicaraguas Präsident Ortega hatte das Muskelspiel vor der diplomatischen Vertretung des Erzfeindes angeordnet, nachdem die Invasionstruppen der USA in Panama die Botschaften von Nicaragua und Kuba umstellt hatten. Außenminister Miguel d'Escoto erklärte hier nach einer Unterredung mit dem US -Geschäftsträger John Leonard, die sandinistischen Soldaten würden jeden Schritt gegen das diplomatische Personal in Panama mit gleicher Münze vergelten: „Wir gehören nicht zu den Leuten, die da glauben, daß es verschiedene Grade von Souveränität gibt“. Daniel Ortega stellte später klar: „Wenn die USA ihre Truppen vor unserer Botschaft abziehen, wird es von Nicaragua eine ebensolche Antwort geben.“
General Thomas Kelly erklärte in Washington, die beiden Botschaften seien „unter Beobachtung“ für den Fall, daß General Noriega dort Zuflucht suchen wollte.
Ralf Leonhard
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