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„Ich laß mich nicht zwingen“

■ Real: „Umfaller“ und „Aufrechte“ zum Tarifvertrag

„Sie kommen wohl hierher, weil Sie gehört haben, daß die Schlachterei komplett umgefallen ist“, geht die Fachverkäuferin in der real-kauf-Schlachterei offensiv den Pressevertreter an. Vor die Wahl gestellt, entweder den DAG -Haustarifvertrag zu unterschreiben oder kein Urlaubsgeld zu bekommen, sind tatsächlich viele, aber nicht alle aus der Abteilung „umgefallen“. Sie selbst gehöre zu dem Fähnlein der vier oder fünf Aufrechten. Ausnahmlos Frauen.

Wie sie sich selbst verhalten wird? „Auf jeden Fall nicht am Dienstleistungsabend mitmachen. Ich weiß nicht, ob es sich lohnt, sich für eine Firma einzusetzen, von der man erpreßt wird.“ Das ist auch die Meinung einer Abteilungsleiterin: „Deshalb sind auch viele noch bei der HBV geblieben.“ Denn bislang sei die Teilnahme am Dienstleistungsabend bei real-kauf freiwillig. Im neuen Tarifvertrag ist die Teilnahme dagegen festgeschrieben.

Eine Verkäuferin: „Ich lasse mich nicht zwingen, den Haustarifvertrag zu unterschreiben.“ Auch sie will in Zukunft am Donnerstagabend nicht mehr arbeiten. „Das ist das letzte Druckmittel, das wir noch haben.“

Ein Getränkeverkäufer weiß: „Es gibt einen Termin, bis wann man sich entscheiden muß, ob man unterschreibt und Urlaubsgeld bekommt. Das ist der 30.4.“ Er ist inzwischen in die DAG eingetreten. Grund: „Ich fahre im Juni in Urlaub. Ich habe die Position gewechselt, Politiker machen das auch, da wird man es auch dem kleinen Mann nicht verübeln“. Ob er sich von HBV-Kollegen jetzt geschnitten fühlt? Das nicht, aber das ganze Klima habe sich verschlechtert. „Früher bin ich gerne hierher gegangen, jetzt bekomme ich schon auf der Erdbeerbrücke Beklemmungen.“

poe

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