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Kleintier-Kriege

■ Eichhörnchen gewinnt Schlacht gegen Astronomen

Zu früh gefreut hatte sich die Immobilienfirma Summa, als sie den Auftrag erhielt, ein 10.000 Hektar großes Gebiet in der Mojave-Wüste nordöstlich von Las Vegas zu bebauen. Nachdem Summa bereits 100.000 Dollar verplant hatte, machte ihr eine Landschildkrötenart einen Strich durch die Rechnung. Sie gehören zu den „gefährdeten Tierarten“ und Naturschützer befürchten, daß das Summa-Projekt ihnen den Todesstoß versetzen könnte. Die Schildkröten, die bis zu 80 Jahre alt werden können, leben nur in der Mojave-Wüste. Biologen schätzen, daß 70 Prozent der Tiere in den letzten zehn Jahren nach einer Erkrankung der Atemwege gestorben sind oder von geländegängigen Fahrzeugen und weidenden Rindern getötet wurden. Nun ist ein Kompromiß in Sicht: Das Gelände soll nur zum Teil bebaut werden, und die Summa eine „Spende“ von 2,5 Millionen Dollar zum Schutz der Schildkröten rüberreichen.

Der Squawfisch blockiert ein Stausee-Projekt zum Bewässern des Südwestens Colorados. 600 Millionen Dollar hätte der Bau des Staudamms gekostet. Der See sollte durch den Animas-Fluß gespeist werden. Der Animas ist aber der einzige Wasserlauf, in dem der Squawfisch lebt. Jetzt wurde ein Baustopp für den Stausee verhängt, bis eine Untersuchung über die Überlebenschancen des Squawfisches abgeschlossen sind. Das kann bis zu sieben Jahren dauern. Noch in den 60er Jahren hatten die Behörden ein Programm unterstützt, mit dem der große Fisch ausgerottet werden sollte, denn er gefährdete die Schildkrötenpopulation.

In Arizona gewann ein rotes Eichhörnchen eine wichtige Schlacht gegen Astronomen. Das leistungsstärkste Weltraumobservatorium der Erde sollte auf dem Gipfel des Mount Graham gebaut und dafür drei Hektar Fichtenwald gefällt werden. Doch dieser Wald ist das Refugium der letzten Exemplare der Eichhörnchenart „Tamasciurus Hudsonicus Grahamensis“, von der es nur noch wenige hundert gibt. Jetzt muß erst untersucht werden, ob das Observatorium und die Zufahrtsstraße die Eichhörnchen bedrohen. Diese Verzögerung könnte jedoch die ausländischen Projektpartner — das Max-Planck-Institut und das Astronomische Observatorium des Vatikans — abschrecken.

In den Wäldern des Nordwestens der Vereinigten Staaten lebt eine getüpfelte Eulenart, die im letzten Jahr auf die Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere gesetzt wurde. Jedes Eulenpaar braucht ein Jagdrevier von rund 4.000 Hektar Nadelwald mit Tannen, die mehrere hundert Jahre alt sind. Doch genau auf diese Baumriesen hat es die Holzindustrie abgesehen. Bevor die Eulenschutzmaßnahmen entschieden wurden, hatten Umweltschützer erst einmal die Werkzeuge der Holzfäller zertrümmert. afp/taz

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