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Vogeljagen

■ ADAC-Motorbootrennen auf der Norderelbe;: Naturschützer demonstrieren

: Naturschützer demonstrieren

Durch die wachsende Ausbreitung von Freizeitsportarten leidet die Natur von Jahr zu Jahr mehr. Aber nicht nur Sportarten wie Surfen oder Skifahren schaden empfindlichen Naturgebieten, gerade der Motorsport ist eine Belastung für die Natur. Am diesem Wochenende veranstaltet der ADAC ein internationales Motorbootrennen auf der Hamburger Norderelbe. Es werden nicht weniger als 15- bis 20000 Zuschauer erwartet. Der Hamburger Naturschutzbund ahnt das schlimmste und hat deshalb zu einem Boykott des Motorbootrennens aufgerufen. Die Naturschützer lehnen Motorsport-Veranstaltungen grundsätzlich aufgrund der Lärmemissionen, der Umweltbelastung durch Abgase und wegen des Ressourcenverbrauchs ab. Zusätzlich wird befürchtet, daß anreisende Zuschauer ihre Autos auf Feldern, Wiesen und an Deichen abstellen werden. Ferner stellen herumirrende Zuschauer auf der Suche nach einem passablen Platz eine Gefahr für die Vegetation im Uferbereich und bodenlebende Tiere dar. Auch die Wasservögel werden durch die Bootsrennen außergewöhnlich stark gestört werden. Was mit den bei solchen Veranstaltungen anfallenden Müll geschehen soll, ist ebenfalls ungeklärt. „Wir tun wirklich alles um die Umwelt nicht zu schaden“, versucht der Motorbootreferent des ADAC-Hansa die Vorwürfe des Naturschutzbundes zurückzuweisen: Die Motoren seien mit Lärmschutz versehen, Abfallbehälter stehen bereit und wenn sich Tiere auf dem Wasser befinden werden keine Rennen gefahren. Die Veranstaltung wurde wegen der Vogelbrut auf Ende Juli verlegt. Dem Naturschutzbund ist es hingegen vollkommen unverständlich, daß Veranstaltungen dieser Art immer noch durchgeführt werden — in einer Zeit wachsender Umweltprobleme. Gunnar Gudmundsson

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