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Tunten in Therme

Corny Littmanns „Schmidt- Show“, Sa., N3, 22 Uhr

Schwuler geht's nimmermehr: Noch nie war öffentlich-rechtliches Fernsehen so herrlich homosexuell wie Samstagabend in der „Schmidt-Show“. „Provokation, neue Lust und Risiko“ hatte Moderator Corny Littmann versprochen. In der zum Tuntenaquarium umfunktionierten Scharbeutzer „Ostseetherme“ präsentierte er deshalb zum 25. Sende-Jubiläum gleich zu Anfang seinen live-Arsch (Provokation), ließ Kondome & Gleitcreme verteilen (Lust) und moderierte eine Aussprache zwischen Hausfrauen und Schwulen in einem Whirlpool (Risikooo). Stellvertretend für die Hetero-Zuschauer fragte da Erika aus Hamburg, ob denn nicht wenigstens Claudia Schiffer einen Schwulen doch noch erweichen (sprich: erhärten) könne. Hausfrau Gerlinde erkundigte sich nach dem schwulen Ehebett und ihre Kollegin Gudrun nach männlichen Prostituierten. Schwulen-Antwort von „Geierwally“-Walter Bockmayer: „Wir haben immer unsere Hände.“

Ihre Hände hielten die vielen Schwulen in den Whirlpools allerdings brav über Wasser. Selbst dann noch, als Littmann, „den größten noch lebenden Pornostar“, Rocco Siffredi, zum Interview auf die Massage- Bank holte und die „männliche Antwort auf Teresa Orlowski“ von ihrem Statistinnen-Konsum erzählte: 16 Mädchen in drei Filmen. „Und jetzt bitte auf den Rücken legen“, forderte Littmann dann und sah sich enttäuscht: Kein Steifer bei dem Star – trotz intensiver Oberschenkelstimulanz. „Why no condoms“ bei den Filmarbeiten, wollte „Herr Schmidt“ dann wissen. Regelmäßige Aidstests versichert Hetero-Siffredi, und Homo-Littmann wünschte artig und ohne Zucken mit seinen violett geschminkten Wimpern weiterhin „good health“.

Lilo Wanders und Frau Jaschke dürften es bei ihren kommenden „Schmidt-Shows“ schwer haben, gegen Littmanns Homo-Spektakel anzukommen. So oder so blieb der Bayerische Rundfunk wieder einmal als einziger der Dritten draußen. Wo doch selbst die Justiz Corny nicht mehr auf dem Kieker hat. Der darf jetzt sein T-Shirt wieder tragen; das mit den beiden hübschen Jungen, die sich einen blasen. Das Motto auf dem Aids-Aufklärungsmotiv haben die BR-Verantwortlichen anscheinend atosuggestiv verinnerlicht: „Raus, bevor's kommt.“ Marc Fest