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Erfreulich ist's, wenn die Menschen, die heutzutage oft so schnöde sich behandelnden, sich verstehen und zueinander kommen mit den Worten, den oft so vieldeutigen. Komischer und oft zum Prusten freilich ist's, zu sehen, wie sie haarscharf sich verpassen und unverständig aneinander vorbeireden: Der Sprachwissenschaftler Georgios Alexiades hat eine Liste sogenannter griechisch-deutscher „falscher Freunde“ zusammengestellt, das sind Wörter, die in den beiden Sprachen materiell ähnlich sind, jedoch verschiedene Bedeutungen haben. Oh zarter Zauber des Mißverstehens: „idiotisch“ wird von griechischen native speakers meist im Sinne von „privat“ verstanden, dem neugriechischen idiotikos entsprechend; „Askese“ hingegen als „Übung jeder Art, Manöver sowie Ausübung eines Berufs“ (das ist uns irgendwie unmittelbar plausibel); die „Anekdote“ schillert apart zwischen „etwas, was noch nicht im Buch veröffentlicht ist“ und dem „noch nicht ausgelieferten Kriminellen“; das „Pathos“ liest der Grieche auch als „Qual“ und „Folter“; die „Theke“ ist ihm schlicht „Behälter, Hülle, Kasten“; das „Organ“ versteht er als „Musikinstrument“; die „Prothese“ hingegen dechiffriert er als „Absicht“, „Vorhaben“ oder„Präposition in der Grammatik“. In einem Punkt allerdings können wir Feinfühligen aller Länder uns leicht verständigen: Der „Banause“ in Kunstdingen ist meist auch im Allgemeinen ein „gewalttätiger, grober Mensch“.
Als Anti-Banausen gehen uns die Worte der künstlerischen Beraterin der Frankfurter Kunstmesse „Art“ Frankfurt, Ingrid Mössinger, runter wie Erdbeeren Romanoff: „Alles, was auf der ,Art‘ ausgestellt wird, ist der Intention nach Kunst und sollte deshalb mit Respekt behandelt werden.“ So isses! Wer könnte etwa dem Werk von Andreas von Weizsäcker den Respekt versagen, dessen Objektkunst so prächtig gedeiht: „Bären, Staubsauger und Fernseher mit Geweih aus Papier faltet der flinkfingrige Sohn des Bundespräsidenten.
Besorgniserregend erscheint uns, daß mangelnde Studierfähigkeit den deutschen Studenten nicht nur vom „Institut der deutschen Wirtschaft“ zugeschrieben wird, sondern die Studenten auch noch an ihrem miesen Image mitstricken. Da hilft es dann auch nicht, der Wirtschaft per Retourkutsche den Mangel an beruflichen Perspektiven anzulasten, der die Studis so lethargisch macht. Mit der Nachricht, daß jeder vierte Hochschulneuling sich nicht einmal sicher ist, ob er überhaupt studieren will, können wir uns trotz und alledem nicht anfreunden. Auch nicht mit der ziemlich weinerlichen, vor Selbstmitleid strotzenden Beschreibung des Studiums als „Leidensweg“. Und schon gar nicht mit dem schamlosen Eingeständnis fast eines Drittels aller Studierenden, man könne den Vorlesungen nicht folgen. Ja, haben die denn überhaupt keinen Stolz mehr!
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