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Hajen macht Ernst

■ Uni soll 100 Stellen streichen

Der Hamburger Universität sollen im nächsten Jahr Stellen im Umfang von 7 bis 8 Millionen Mark ersatzlos gestrichen werden. Das geht aus einem Brief hervor, den Wissenschaftssenator Leo Hajen an Uni-Präsident Jürgen Lüthje gesandt hat. Der endgültige Betrag werde noch festgelegt, heißt es in dem Schreiben von Ende März, das die GEW jetzt veröffentlichte.

Bereits am 25. Februar hatte der SPD-Politiker vor der Presse verkündet, die Uni müsse „in einem ersten Schritt“ zehn bis 15 Prozent der Studienplätze abbauen. In dem Brief fordert Hajen nun den Uni-Präsidenten auf, bis Anfang Mai zu melden, in welchen Fachbereichen Stellen im „vorgesehenen Umfang“ gestrichen werden könnten. Dabei sollten jene Fächer bedacht werden, die freie Ausbildungsplätze haben oder aber die „zu groß“ seien. Sollte die Uni sich verweigern, so droht Hajen, werde die Behörde jede dritte unbesetzte Stelle einkassieren.

Allerdings kann dies den Unipräsidenten nicht mehr schrecken. Das vorgegebene Streichpensum bedeute ohnehin, daß die Uni auf jede zweite bis dritte freiwerdende Stelle verzichten müsse, erklärte Jürgen Lüthje in einem Gespräch mit der taz: „Ein Verlust von 100 Stellen in diesem Jahr“. Da die Uni gleichzeitig verpflichtet sei, 200 bis 300 Stellen „vakant“ zu halten und nochmals rund 200 Stellen für wissenschaftlichen Nachwuchs und neue Forschungsschwerpunkte „umzuwidmen“, habe er den Eindruck, daß in „Hamburg die Hochschulpolitik den Überblick verloren hat“. kaj

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