piwik no script img

Mit dem Huhn auf Du und Du400.000 Hühner werden ermordet

■ Pohlmann-Hennen werden wegen Salmonellen-Infektion getötet

Hannover/Vechta Auf einem Betrieb des umstrittenen „Hühnerbarons“ Anton Pohlmann in Gehrde (Landkreis Vechta) ist am Montag mit der Tötung von 400.000 Legehennen begonnen worden. Die Tiere seien mit Salmonellen infiziert, teilte der Sprecher des Landwirtschaftsministeriums, Hanns-Dieter Rosinke, in Hannover mit. Unterdessen prüft der Landkreis Vechta, ob dem Sohn Christoph Pohlmann die Berechtigung zur Leitung von Legehennen-Betrieben entzogen wird. Hintergrund ist der qualvolle Tod von mindestens 60.000 Legehennen in einem von Christoph Pohlmann geführten Betrieb in Ankum (Landkreis Osnabrück). Europas größtem Eierproduzenten und Firmeninhaber Anton Pohlmann wurde bereits nach diesem Vorfall wegen Verstoßes gegen den Tierschutz die Haltung von Hühnern untersagt.

Die Hennen in der Stallanlage in Gehrde seien zwar mit dem Salmonellenstamm „Gallinarum“ infiziert, aber wegen einer Schutzimpfung nicht erkrankt, sagte Rosinke. Der Erreger sei für Menschen ungefährlich, deswegen sollten die Tiere ursprünglich geschlachtet und verwertet werden. Pohlmann habe aber offensichtlich keine Schlachterei gefunden. Die Tiere würden nun mit Hilfe von Kohlendioxid nach Tieschutzvorschriften schonend getötet. Rosinke zufolge wird die Aktion bis kommende Woche dauern.

Gegen Christoph Pohlmann sei wegen des „Verdachts der Unzuverlässigkeit des Gewerbetreibenden“ ein Untersuchungsverfahren eingeleitet worden, sagte ein Sprecher des Landkreises Vechta. Dem Verantwortlichen des Pohlmann-Betriebes in Ankum drohe ein Gewerbeverbot. Die Untersuchungen seien Ende August aufgenommen worden. Zur Zeit sei die Anhörung von Christoph Pohlmann noch nicht abgeschlossen.

dpa

Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 290 Freiwillige, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen