■ Kurz gesagt: Psychiatrische Tagesklinik
Die Psychiatrische Klinik muß in diesem Jahr aufgrund des gesunkenen Budgets des Universitätskrankenhauses Eppendorf (UKE) rund 1,1 Millionen Mark einsparen. 24 Betten sollen abgebaut werden, die laut dem Hamburger Krankenhausplan 2000 in Tagesklinikplätze umgewandelt werden sollten. Damit ist es jetzt Essig. Hinzu kommen massive Einsparungen im ambulanten Bereich außerhalb des Krankenhauses. Patienten, die früher dezentral in vielen kleinen Anlaufstellen ambulant behandelt wurden, strömen aufgrund geschrumpfter Etats der freien Träger zurück in die Kliniken. Da „draußen wie drinnen jeweils etwa zehn Prozent eingespart werden, droht die qualitative Versorgung zusammenzubrechen“, so Michael Stark, Leiter der Psychiatrischen Tagesklinik am UKE.
Die Tagesklinik wurde 1971 eingerichtet und betreut durchschnittlich 20 Patienten, deren Krankheitsbilder von Suchterkrankungen, Depressionen und Psychosen bis zu Angstneurosen und Wahnvorstellungen reichen. Immer wieder sind auch sozial-psychiatrisch hospitalisierte Patienten darunter, die einfach zu lange in einer geschlossenen Abteilung gelebt haben und auf eine Zukunft außerhalb der „Geschlossenen“vorbereitet werden sollen. Die kurzfristig oder chronisch Erkrankten nehmen die Genesungsplattfom im UKE nur tagsüber in Anspruch, schlafen und verbringen ihre Wochenende und ihre Freizeit jedoch zu Hause. Aus diesem Grund fallen deutlich niedrigere Kosten an als bei einer stationären Therapie, denn nachts muß kein Personal vorgehalten werden. Im Vergleich: Der Pflegesatz der Tagesklinik liegt augenblicklich bei rund 250 Mark, im stationären Bereich sind es über 700 Mark. Neben drei Ärzten arbeiten zwei Psychologen, fünf Krankenschwestern und 2 Sozialarbeiterinnen in der Tagesklinik. Sie liegt damit rund zehn Prozent unter der 1993 beschlossenen Bundespersonalverordnung für die Psychiatrie. Allein drei Stellen für Ergotherapeuten liegen brach.
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