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KommentarNur für Falschparker

■ Schlachte-Ausbau ohne Verkehrskonzept

Der Ausbau der Schlachte geht voran. Besitzer von Ladenlokalen reiben sich aber nicht die Hände angesichts zu erwartender Pachtpreise, weil eines der dringendsten Probleme nicht gelöst ist: 17 Vergnügungs-Dampfer sind in der Belegungsliste von Wirtschaftssenator Hartmut Perschau (CDU) verzeichnet, Bierlokale und Restaurants sollen folgen. Das lockt Menschen nicht nur aus Bremen an, sondern auch aus dem Umland. Sollten sich die utopischen Vorstellungen Perschaus erfüllen, ist mit einem Touristen-Andrang von täglich drei- bis fünftausend Personen zu rechnen. Und die wollen bekanntlich direkt an den Tresen befördert werden.

Sieht man sich an, mit welchen Wende-Problemen die wenigen Touristen-Busfahrer jetzt schon zu kämpfen haben, graust es einem, wenn man an die Zukunft denkt. Fußläufig erreichbar ist nur das Parkhaus Langenstraße. Der Teerhof-Parkplatz soll zugebaut werden. Und ein Schlachte-Parkraumkonzept fehlt noch immer.

Damit können die 38 Millionen Mark für den Schlachte-Ausbau schnell zur Sackgasse werden. Wirte, die bereits den Sprung an die Promenade gewagt haben, sitzen auf einer Baustelle. Hausbesitzer werden ihre Ladenlokale nicht los und Vergnügungsdampfer machen erst gar nicht fest. Der einzige, der sich über diese planerische Schlafmützigkeit freut, dürfte Perschau selbst sein. Der braucht die Schlachte als Ausfahrt aus seiner Tiefgarage. Jens Tittmann

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