piwik no script img

Die Würde des Menschen steckt im Fuß – und der ist waschbar

Nicht nur der Papst kümmert sich um die Füße, wie hier bei der Fußwaschung eines Priesters. Auch Wolfgang Huber, Bischof der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg, nimmt sich der Extremitäten pünktlich zum Karfreitag an. Solidarität werde immer mehr zu einem „knappen und gefährdeten Gut“, klagt Huber. Überall, wo die Würde des Menschen mit Füßen getreten werde, „wirft das Kreuz seinen Schatten und ist das Bild des Gekreuzigten gegenwärtig“.

Wenigstens zu Ostern sollen die Füße reingewaschen werden von jeglicher Herumtrampelei. Mit der traditionellen Fußwaschung hat am Gründonnerstag in den Kirchen Bayerns der Höhepunkt der Karwochen-Liturgie begonnen. Im Münchner Liebfrauendom wusch Kardinal Friedrich Wetter am Abend zwölf ehrenamtlich in der Dompfarrei tätigen Männern die Füße. Meldungen, denen zufolge die zwölf anschließend versucht hätten, dem Kardinal den Kopf zu waschen, wurden jedoch dementiert. Hätte wohl auch nichts gebracht. Fotos: AP (2) und Reuters/Text: Detlef

Michel. Er ist Stücke- und Drehbuchschreiber, war 1968 Mitglied im SDS und schrieb Texte für das Reichskabarett

Gemeinsam für freie Presse

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen