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Bohnen und Börsen

Das Speicherstadtmuseum präsentiert eine Ausstellung zum Kaffeehandel in Hamburg  ■ Von Jochen Metzger

Kaffee ist der Deutschen Lieblingsgetränk. Mit durchschnittlich vier Tassen pro Kopf und Tag verweist er das von vielen Laien favorisierte Bier deutlich auf den zweiten Platz der Getränke-Charts. Die heute beginnende Sonderausstellung im Speicherstadtmuseum geht also viele an: Unter dem Titel „Heißer Genuß – Kaffee, Kaufleute und Konsorten“ wird die Entwicklung des Kaffeehandels und -konsums von 1860 bis heute präsentiert.

„Wir haben besonderen Wert gelegt auf die Rolle Hamburgs in der Entwicklung des Kaffeehandels“, erläutert Ralf Lange, Mitarbeiter des Museums. Im Jahre 1887 gab es in der Hansestadt die erste international bedeutende Kaffeebörse. Heute allerdings läuft der gesamte Welthandel über die großen Kaffeebörsen in New York und London.

Außer Sachinformationen bietet die Ausstellung auch Sinnliches: Kaffeesäcke, Röstmaschinen, Probenentnahmegeschirr, historische Kaffeefilter, ein Kaffee-Verlesetisch und alte Werbeschilder zwischen den Stellwänden. „Schon im 19. Jahrhundert war Kaffee ein allgemein gebräuchliches Genußmittel“, erzählt Lange, „für diejenigen, die sich's leisten konnten.“ Für alle anderen löste der Bohnentrunk erst vor etwa 40 Jahren die bis dahin vorherrschenden Surrogate wie Malz- oder Zichorienkaffee ab.

Auf einige Exponate sind die AusstellerInnen ganz besonders stolz: „Kaum zu glauben“, schwärmt Bärbel Dahms, Öffentlichkeitsreferentin des Museums: „Wir haben es geschafft, für die Ausstellung echte Kaffeepflanzen zu besorgen“. Über dem allerdings wenig eindrucksvollen Grünzeug prangt ein großes Farbfoto, das eine südländische Plantagenarbeiterin bei ihrem Tagewerk zeigt, in schöner Natur unter blauem Himmel. Wieviel oder wiewenig diese Frau verdient, erfährt die BesucherIn nicht. Eine Sonderveranstaltung soll sich mit dem Problem des „fairen“ Kaffee-Welthandels beschäftigen. Dort werden auch VertreterInnen der Fair-Trade Organisation „gepa“ zu Wort kommen.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 29. November täglich außer montags von 10-17 Uhr.

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