: Beschuß als Einzelfall
■ USA versuchen nach dem Beschuß der irakischen Raketenstellung zu beschwichtigen
Bagdad/Washington (AFP) – Die USA haben den Beschuß einer irakischen Raketenstellung im Süden des Landes heruntergespielt. Verteidigungsminister William Cohen sprach am Dienstag von einem „Einzelfall“. Gleichzeitig kündigte die US-Regierung an, Überwachungsflüge auf jeden Fall fortsetzen zu wollen. Irak forderte den UN-Sicherheitsrat gestern auf, die Flugverbotszonen im Norden und Süden des Landes aufzuheben. „Wir erwarten vom Sicherheitsrat, daß er nicht nur die US- Aggression verurteilt, sondern die beiden Flugverbotszonen aufhebt“, hieß es in der Regierungszeitung El Dschumhurija.
US-Präsident Bill Clinton, der zur Zeit China besucht, war erst acht Stunden später von dem Vorfall unterrichtet worden – ein weiterer Hinweis, daß die USA das Ereignis „tiefhängen“ und eine Eskalation vermeiden wollten. Frankreich, Rußland, China und Iran forderten beide Seiten zur „Zurückhaltung“ auf.
Ein US-Kampfjet hatte am Dienstag in der Nähe der südirakischen Stadt Basrah eine Rakete abgefeuert, nachdem US-Angaben zufolge vier britische Tornados von irakischem Radar erfaßt worden waren. Bagdad bestritt, Radarstellungen aktiviert zu haben. Das Informationsministerium erklärte, in der Provinz Basrah gebe es keine derzeit genutzten militärischen Einrichtungen. Ziel der US-Rakete sei in Wirklichkeit ein Trinkwasserreservoir gewesen.
Rußland hat unterdessen mit Kritik auf den Raketenbeschuß reagiert. Das Moskauer Außenministerium erklärte, alle Beteiligten müßten Zurückhaltung üben. Der Vorfall sei um so ärgerlicher, da die Beziehungen zwischen dem Irak und den Vereinten Nationen sich zunehmend verbessert hätten.
Mit reinem Gewissen wissen
Auf taz.de finden Sie eine unabhängige, progressive Stimme. Frei zugänglich, ermöglicht von unserer Community. Alle Informationen auf unserer Webseite sind kostenlos verfügbar. Wer es sich aber leisten kann, darf – ganz im Zeichen des heutigen "Tags des guten Gewissens" – einen kleinen Beitrag leisten. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass guter, kritischer Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen