: Deutscher Sex
1948 – Beate Uhse versendet ihren ersten Verhütungsratgeber von Flensburg aus. Er rät zur „Knaus-Ogino-Methode“ und kostet zwei Reichsmark.
1960 – Oswald Kolle schreibt Aufklärungsserien für die Quick. Er wird zur Symbolfigur der sexuellen Revolution.
1961 – Erste Nackte im deutschen Fernsehen: Um 22.15 Uhr, 17. Januar, läuft Romy Schneider barbusig durchs Bild. Das Bayerische Fernsehen schaltet sich aus der Sendung (dem Theaterstück „Lysistrate“). Im Juni kommt die Pille auf den Markt.
1962 – Das „Institut für Ehehygiene“, der erste Sexshop der Welt, öffnet in Flensburg.
1968 – Aufklärungskino: Oswald Kolles „Das Wunder der Liebe – Sexualität in der Ehe“ sehen drei Millionen Deutsche.
1969 – Schwuler Sex erlaubt: Der von den Nazis verschärfte § 175a (Zuchthaus bis zehn Jahren) wird entschärft.
Die erste Aufklärungkolumne erscheint in Bravo. Dr. Jochen Sommer stellt sich den Teenies als Diplompsychologe vor und beantwortet fortan Fragen nach Penislängen und dem ersten Mal.
1970 – Die kommerziell erfolgreichste deutsche Kinoserie der siebziger Jahre startet: „Der Schulmädchen-Report“. Aus dem Inhalt: Fünfzehnjährige Schülerinnen bringen ihren Sportlehrer zu Fall und verführen einen jungen Priester.
1973 – Der Kuppelparagraph wird abgeschafft. Die „Förderung zwischenmenschlicher sexueller Handlungen“ interessiert den Staat nicht mehr. Noch 1972 wurden wegen „Kuppelei“ 102 Personen verurteilt.
1975 – Pornographiefreigabe für Erwachsene: Das Strafrecht unterscheidet fortan zwischen einfacher (erlaubter) und harter (verbotener) Pornographie.
1989 – Der CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Börnsen schlägt Beate Uhse für das Bundesverdienstkreuz vor. Doch die SPD-Landesregierung gibt sich prüde und lehnt ab.
1990 – Freizügiger Früchtekorb: In Hugo Egon Balders RTL- Show Tutti-Frutti wird um Europapunkte gestrippt.
1992 – Hohe Quoten: RTL zeigt alte Kolle-Filme; vier Millionen Deutsche schauen zu.
1994 – Die Stadt München verhindert den Plan Beate Uhses, ein Erotikmuseum in der bayerischen Landeshauptstadt einzurichten. Till Ottlitz
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