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Rein in den Ofen

■ Hamburg will mit Sonderangeboten für Abfallverbrennung die Müllöfen auslasten

Die Hamburger Müllverbrennungsanlagen (MVA) dürfen den Billigentsorgern außerhalb der Stadt Konkurrenz machen. Das hat der Senat in Reaktion auf einen Beschluß des Verwaltungsgerichts aus der vergangenen Woche entschieden. Das Gericht hatte verfügt, daß bis zu einem Urteil private Firmen auch gemischten hausmüllähnlichen Gewerbeabfall „verwerten“ dürfen, statt ihn der Stadtreinigung zur Beseitigung in den Hamburger MVAs zu übergeben. Das hätte zur Folge haben können, daß der Stadtreinigung große Mengen Hamburger Mülls entgehen. Das städtische Unternehmen rechnete mit rund 20 Millionen Mark Verlust im Jahr (taz berichtete).

Aufgrund des Senatsbeschlusses dürfen die Hamburger MVAs vorläufig weiterhin Mischmüll verbrennen und dadurch Strom sowie Fernwärme erzeugen. Die Stadtreinigung wird diese Leistung aber zu einem geringeren Preis anbieten, der mit externen Angeboten mithalten kann. Sie hofft, auf diese Weise den erwarteten Verlust auf 12 Millionen Mark im Jahr begrenzen zu können. Denn die Öfen in den MVAs brennen ohnehin. „Dann ist es uns lieber, der Müll kommt in Hamburger Anlagen“, sagt Brigitte Köhnlein von der Umweltbehörde. Diese verfügten über einen hohen Umweltstandard, und auch Transporte nach sonstwohin wären überflüssig.

Weil mit den neuen Preisen die Kosten der MVAs nicht gedeckt werden, drohen den Privathaushalten höhere Müllgebühren. Eine Arbeitsgruppe soll nach Wegen suchen, um das zu verhindern. Spätestens 2005, hofft die Umweltbehörde, wenn das letzte Stündlein der Billigdeponien geschlagen haben wird, könnten wieder kostendeckende Preise für den Gewerbemüll genommen werden. knö

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