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Verlustreiche Viag

■ Mischkonzern konzentriert seine Geschäfte und sucht nach Fusionspartner

München (dpa) – Im Mischkonzern Viag haben der Preisdruck am Strommarkt und Anlaufverluste der Telekommunikation den Gewinn geschmälert. In den ersten sechs Monaten sank der Gewinnvor Steuern um 15 Prozent auf 1,8 Milliarden Mark. Der Umsatz brach vor allem durch den Konzernumbau um 29 Prozent auf 19 Milliarden Mark ein. Nach Rekorden im Vorjahr sei 1999 ein rückläufiger Gewinn zu erwarten, sagte eine Viag-Sprecherin gestern. Vom Jahr 2000 an rechne die Viag mit einer Erholung.

Zu den Fusionsgerüchten verwies sie auf Viag-Vorstandschef Wilhelm Simson. Er hatte am Vortag Gespräche mit allen Wettbewerbern bestätigt, konkrete Verhandlungen aber bestritten. Der Umsatz der Stromtochter Bayernwerk blieb mit 5,5 Milliarden Mark stabil. Der Gewinn jedoch ist gesunken und bleibe im Gesamtjahr rückläufig, hieß es ohne nähere Angaben zu Einbußen des Bayernwerks, das zuletzt 80 Prozent der Konzerngewinne lieferte. Die Anlaufverluste bei der Telekommunikationstochter Viag Interkom stiegen 1999 planmäßig auf 950 Millionen Mark. Die Gewinnschwelle sei für 2001 geplant.

Im Rahmen der Konzentration auf Industrie und Energie/Telekommunikation trennte sich die Viag im ersten Halbjahr von Beteiligungen mit einem Gesamtumsatz von 6,7 Milliarden Mark. Die größten Abgänge waren Computer 2000 und Kühne & Nagel. Weitere Verkäufe sind geplant. Die Viag investierte im ersten Halbjahr 3,2 Milliarden Mark. Die Mitarbeiterzahl sank durch die Verkäufe um 17 Prozent auf 85.322.

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