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■ Atomstrom in Osteuropa
In allen Regionen des ehemaligen sowjetischen Einflussbereichs gibt es sowohl Staaten mit erheblichem Atomstromanteil als auch atomkraftfreie. Einzig und allein in Polen ist der Verzicht auf die Kernkraftnutzung Ergebnis eines politischen Prozesses. Nachdem sich die Demokratisierungsbewegung dort besonders früh artikuliert hatte, war der schon begonnene Kernkraftwerksbau dort nicht mehr durchzusetzen. Die „Atomkraftfreiheit“ der anderen Staaten ist ausschließlich das Ergebnis regionalpolitischer Schwerpunktsetzungen innerhalb der Sowjetunion. Der Zerfall der Sowjetunion führte so zu sehr ungleich verteilten Strukturen in der Energiewirtschaft. Während 1995 in der EU insgesamt ca. 35 Prozent der Stromerzeugung auf Kernenergie basierten, kommen die mittel- und osteuropäischen Staaten außerhalb der vormaligen Sowjetunion auf 14 Prozent.
Die Trends im Osten sind sehr unterschiedlich. In der vormaligen Sowjetunion erreichte die Atomstromproduktion 1991 ihren historischen Höchststand, seitdem ging die Stromerzeugung in Kernkraftwerken – auch wegen der stark rückläufigen Nachfrage – um ca. 5 Prozent zurück. Im Baltikum sank die Atomstromerzeugung um fast ein Drittel, der Strombedarf insgesamt aber etwa um die Hälfte. In den verbleibenden mittel- und osteuropäischen Staaten sank der Stromverbrauch zwar auch nicht unerheblich, die Stromerzeugung in Kernkraftwerken wurde seit 1990 jedoch noch um ca. 4 Prozent ausgeweitet. fcm
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