piwik no script img

■ Jod, Eieraktien und Olympia

Jod hilft gegen Strahlenschäden, fiel den Aktienhändlern gestern ein. Die verstrahlten Menschen brauchen also Jod in großen Mengen und werden den Umsatz der Jod-Hersteller steigern. Daran wollten auch die Spekulanten an der Börse in Tokio verdienen und kauften kräftig Aktien des größten Jod-Herstellers der Welt, Ise Chemicals. Der Kurs des Konzerns stieg um knapp 17 Prozent. Sein Konkurrent Kanto Natural Gas Development verbuchte für seine Papiere ein Plus von 3,8 Prozent. Selbst der Produzent von mit Jod angereicherten Eiern profitierte mit einem Plus von neun Prozent.

Heftige Verluste musste hingegen die Muttergesellschaft der Uran-Anlage einstecken. Alle Händler stießen gestern die Papiere der mächtigen Sumitomo Metal Mining ab – der Kursverlust erreichte die festgesetzte Höchstgrenze von 100 Yen auf 427 Yen, entsprechend 19 Prozent.

Verloren, ohne angetreten zu sein, hat auch Österreichs Team der Rhythmischen Gymnastik. Die Sportlerinnen, die zur Weltmeisterschaft nach Osaka gereist waren, sind vorzeitig wieder nach Hause gefahren. Die Eltern der minderjährigen Gymnastinnen hatten die unverzügliche Heimkehr gefordert. Damit vergeben die Österreicher freiwillig die Chance auf die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2000 in Sydney. Osaka liegt knapp 500 Kilometer südwestlich von Tokaimura.

Unser Mittel gegen Antifeminismus

Wir machen linken Journalismus aus Überzeugung: kritisch, unabhängig und frei zugänglich für alle. Es gibt keinen Bezahlzwang, keine Paywall. Das geht nur, weil sich viele freiwillig beteiligen und unsere Arbeit unterstützen. Auch im Digitalen muss Journalismus, der für mehr Gleichberechtigung eintritt, finanziert werden. Unsere Leser:innen wissen: Journalismus entsteht nicht aus dem Nichts. Damit wir auch morgen noch unsere Arbeit machen können, brauchen wir Ihre Unterstützung. Schon über 48.000 Menschen machen mit und finanzieren damit die taz im Netz - kostenlos für alle. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5 Euro sind Sie dabei. Jetzt unterstützen