piwik no script img

Raketen in Stellung

■ Russland lehnt von USA geforderte Aufweichung des ABM-Vertrags ab

Moskau (AP) – Russland kann nach eigenen Angaben jedes amerikanische Raketenabwehrsystem überwinden. Die russische Nachrichtenagentur Interfax zitierte Vizeverteidigungsminister Nikolai Michailow mit den Worten, die Rüstungstechnologie seines Landes sei einsatzfähig und werde eingesetzt, falls die USA Russland dazu zwängen. Bisher widersetzt sich Russland kategorisch einer von der US-Regierung angestrebten Aufweichung des 1972 geschlossenen ABM-Vertrags, der den Aufbau eines landesweiten Raketenabwehrsystems verbietet.

Die USA planen den Bau eines kleinen Abwehrsystems, mit dem eine geringe Anzahl von Atomraketen bei einem möglichen Angriff von Ländern wie Nordkorea oder Iran rechtzeitig zerstört werden kann. Die USA sind aber derzeit nicht in der Lage, ein System zu bauen, mit dem ein größerer Raketenangriff, zu dem Russland fähig sei, abgewehrt werden könne. Nach Ansicht Russlands, das derzeit nicht über das Geld für den Bau eines ähnlichen kleinen Raketenabwehrsystems verfügt, führt eine Neuverhandlung des ABM-Vertrags zu einer neuen Waffengeneration.

Sollten die USA gegen den ABM-Vertrag verstoßen, würde Russland sein Arsenal modernisieren, sagte Michailow. Er räumte jedoch ein, dass dies enorme Kosten verursache und zehn bis fünfzehn Jahre dauere.

Mit reinem Gewissen wissen

Auf taz.de finden Sie eine unabhängige, progressive Stimme. Frei zugänglich, ermöglicht von unserer Community. Alle Informationen auf unserer Webseite sind kostenlos verfügbar. Wer es sich aber leisten kann, darf – ganz im Zeichen des heutigen "Tags des guten Gewissens" – einen kleinen Beitrag leisten. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass guter, kritischer Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen